Benes-Dekrete: Liechtenstein fordert Wiedergutmachung

Vaduz/Prag (APA/dpa) - Die Privatstiftung des Fürsten von Liechtenstein verklagt Tschechien auf die Rückgabe weitläufiger Ländereien. Bei 26...

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Vaduz/Prag (APA/dpa) - Die Privatstiftung des Fürsten von Liechtenstein verklagt Tschechien auf die Rückgabe weitläufiger Ländereien. Bei 26 verschiedenen Bezirksgerichten seien Klagen eingebracht worden, berichtete die Agentur CTK am Donnerstag. Demnach geht es um Grundstücke mit einer Gesamtgröße von rund 600 Quadratkilometern.

Die damalige Tschechoslowakei hatte die Ländereien 1945 auf der Grundlage der sogenannten Benes-Dekrete zur Enteignung der Sudetendeutschen konfisziert. Das Fürstentum verweist seit langem darauf, dass Liechtenstein im Zweiten Weltkrieg an der Seite der Schweiz neutral geblieben war. Eine außergerichtliche Einigung kam bisher nicht zustande. Ende des Jahres läuft eine Klagefrist ab.

Wegen des Streits herrschte lange eine politische Eiszeit zwischen Prag und Vaduz. Erst im Jahr 2009 wurden diplomatische Beziehungen geknüpft. Das Haus Liechtenstein gehörte einst zu den wohlhabendsten Adelsfamilien in Böhmen und Mähren. Es errichtete unter anderem die Schlösser Eisgrub (Lednice) und Feldsberg (Valtice), die heute Teil des Unesco-Welterbes sind.

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