Pentagon: US-Luftwaffe setzt Angriffe in Syrien derzeit fort

Washington/New York (APA/AFP/dpa) - Nach dem von Präsident Donald Trump angekündigten Truppenabzug setzt die US-Luftwaffe vorerst ihre Angri...

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Washington/New York (APA/AFP/dpa) - Nach dem von Präsident Donald Trump angekündigten Truppenabzug setzt die US-Luftwaffe vorerst ihre Angriffe in Syrien fort. „Solange es Truppen am Boden gibt, nehmen wir zur Unterstützung unserer Streitkräfte Luftangriffe vor“, sagte eine Sprecherin des US-Verteidigungsministeriums, Rebecca Rebarich, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Ob die Luftwaffe ihre Einsätze auch nach dem Abzug der Bodentruppen fortsetzen werde, könne sie nichts sagen. „Wir spekulieren nicht über unsere zukünftigen Einsätze“, sagte Rebarich.

Trump hatte am Mittwoch den Abzug der rund 2000 US-Soldaten aus Syrien bekannt gegeben. Zur Begründung erklärte er, die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sei besiegt. Trump stieß mit seiner Ankündigung auf heftige Kritik - sowohl parteiübergreifend in Washington als auch bei den westlichen Verbündeten, die vor einem möglichen Wiedererstarken des IS warnten. Russlands Präsident Wladimir Putin begrüßte die Ankündigung hingegen. Ein Zeitplan für den Abzug wurde noch nicht genannt.

Der Rückzug der US-Truppen könnte erhebliche Auswirkungen auf die Kräfteverhältnisse in Syrien haben, wo Rivalen der USA wie Russland und der Iran in den vergangenen Jahren erheblich an Einfluss gewonnen haben. Er stellt auch den Fortbestand der kurdischen Milizen in Frage, die dort bisher mit Unterstützung der USA gegen den IS kämpfen.

Der scheidende UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, bedauerte unterdessen bei seinem letzten Auftritt vor dem UN-Sicherheitsrat, dass die Bildung eines Verfassungsausschusses für das Kriegsland nicht abgeschlossen werden konnte. „Was nicht geschafft worden ist, tut mir sehr leid, und ich entschuldige mich, dass mehr getan hätte werden können und nicht möglich war“, sagte de Mistura am Donnerstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York.

Nach fast acht Kriegsjahren soll der Verfassungsausschuss in Genf unter Führung der UN arbeiten und den Weg zu einer politischen Lösung des Konflikts ebnen. Die Außenminister Russlands, des Irans und der Türkei hatten am Dienstag nach einem Treffen mit de Mistura in Genf erklärt, der Ausschuss solle im kommenden Frühjahr erstmals tagen. Danach war es allerdings wieder zu Streit gekommen.

Es gebe Unstimmigkeiten über die Zusammensetzung, außerdem machten Berichte über Einschüchterung möglicher Mitglieder in Syrien ihm Sorgen, sagte de Mistura vor dem Sicherheitsrat. Ein „erneuter Sinn für ein gemeinsames Ziel und gemeinsames Handeln“ des Sicherheitsrates sei nötig, wenn 2019 ein „echter Wendepunkt“ für Syrien werden solle.

De Mistura war länger als ursprünglich geplant im Amt geblieben, um die Bildung des Verfassungsausschusses voranzutreiben. Anfang Jänner übergibt er seinen Posten an den norwegischen Diplomaten Geir Pedersen.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA483 2018-12-20/18:12


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