Zams segnet Sparbudget mit einer Gegenstimme ab

Verschuldungsgrad steigt 2019 kräftig auf 53,3 Prozent. Der Gemeinderat verpasst sich eine intensive und ganzjährige Budgetbegleitung.

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Die Uhr am Kirchturm zeigt 5 vor 12 – symptomatisch für die finanzielle Entwicklung in Zams.
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Von Toni Zangerl

Zams –Den Gürtel massiv enger schnellen heißt es künftig für die Gemeinde Zams. Das war der einhellige Tenor bei der Beschlussfassung zum Budget für das kommende Jahr. Dass die „fetten Jahre“ vorerst vorbei sind, scheint allen Fraktionen klar zu sein. Steuern und Gebühren werden erhöht. Die Opposition sprach gar von einem „Alarmbudget“.

Zu den Fakten: Der Schuldenstand wird von Jänner mit 6,7 Mio. Euro bis Dezember auf 9,1 Mio. Euro klettern. Zum Vergleich: 2017 hatte Zams ein Schuldenpaket von 5,6 und 2018 von 5,7 Millionen Euro. Rund drei Millionen beträgt somit der Kapitalbedarf, 763.000 Euro sind für Tilgungen erforderlich. Der Verschuldungsgrad der Gemeinde beträgt im kommenden Jahr 53,3 Prozent.

Der ordentliche Haushalt beläuft sich auf rund 10 Millionen Euro, der außerordentliche klettert von 2,6 auf 4,1 Millionen Euro. Die Rücklagen schrumpfen um 108.000 Euro. Bürgermeister Siggi Geiger erläuterte: „Projekte wurden in der Vergangenheit geschoben, nun müssen sie realisiert werden.“ Für die Abwasserbeseitigung Zammerberg/Falterschein laufe die Frist 2020 ab. Die größten Brocken im außerordentlichen Budget stellen aber die Straße zum Recyclinghof (1,3 Mio.) und die Straßenanbindung Hinterau/Firma Kofler (1 Mio.) dar. „Das sind Investitionen in die Infrastruktur für Projekte, die künftig etwas abwerfen“, so Geiger.

FP-Mandatar Mathias Venier warf ein: „Wir müssen Konsequenzen andenken, von den Vereinen bis zum Venet. Die Einnahmen aus der Kommunalsteuer gehen für die Personalkosten drauf und unser System der Prioritäten ist falsch.“ Zum Glück sei das Zinsniveau derzeit noch niedrig. „Das kann sich aber sehr schnell ändern.“ Herbert Frank von den Sozialdemokraten sprach von einem „Ach-und-Krach-Budget“.

Vizebürgermeister Josef Reheis sagte in seinem Debattenbeitrag: „Wir haben uns in den vergangenen Jahren den Luxus geleistet, Steuern und Gebühren nicht genügend angepasst zu haben. Künftig müssen alle Bereiche kostendeckend geführt werden.“ Eine Ausnahme sehe er nur beim Kindergarten. Dieser ist mit 612.000 Euro im ordentlichen Haushalt budgetiert.

Die finanzielle Entwicklung bleibt nicht ohne Konsequenzen, wie BM Geiger sagte: „Wir brauchen eine intensiv­e ganzjährige Budgetbegleitung. Schon im Juni muss in der Finanzausschusssitzung klar sein, wohin die Richtung geht.“ Darüber waren sich all­e Mandatare einig. Das Budget wurde letztlich mit der Gegenstimme von Dominik Traxl (VP) beschlossen.


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