In drei Jahren 15 Kilo Kokain verkauft: Tiroler Polizei nahm Ehepaar fest

Die Polizei nahm im Raum Innsbruck ein Ehepaar fest: Trotz guter Geschäfte lebten die beiden bescheiden – und führten ein Doppelleben.

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Innsbruck – Wie kommen 386.000 Euro in den Banksafe eines Tiroler Wirts? Ermittler des Landeskriminalamtes glauben, die Frage beantworten zu können. „Dem 37-Jährigen wird vorgeworfen, seit 2015 ca. 15 Kilo Kokain im Straßenverkaufswert von 1,5 Millionen Euro in Umlauf gebracht zu haben“, heißt es in einer Aussendung der Polizei. Der Beschuldigte (37) und seine Ehefrau (31) befinden sich seit Ende Oktober in Untersuchungshaft.

Drei Monate zuvor sind beim Landeskriminalamt erste Hinweise zu den illegalen Geschäften des Gastwirts eingegangen. Das war der Auftakt für umfangreiche Ermittlungen, an denen auch das Bundeskriminalamt beteiligt war. Schon bald stellte sich heraus, dass der Beschuldigte trotz des großen Kokainumsatzes keineswegs als Großhändler Dealer belieferte. „Vielmehr dürfte der Verdächtige das Suchtgift im privaten Umfeld weitergegeben haben“, sagt Katja Tersch, stv. Leiterin des Landeskriminalamtes. 15 Kunden konnten die Beamten mittlerweile ausforschen. Und die deckten fast ausschließlich ihren Eigenbedarf. Auch die aus Kolumbien stammende Ehefrau dürfte beteiligt gewesen sein. Sie habe nicht nur von den Geschäften des Beschuldigten gewusst, sondern ihn auch teilweise beim Eintreiben der Drogenschulden unterstützt, meldet die Polizei. Außerdem sei sie es gewesen, die die Verkaufserlöse nach Kolumbien und Ecuador überwiesen hat. Bei den Hausdurchsuchungen Ende Oktober stellten die Beamten neben den erwähnten 386.000 Euro in bar auch 62.000 Euro auf einem Konto, ein Kilo Kokain und 300 Gramm Cannabis sicher.

Geständnisse liegen allerdings nicht vor – Wirt und Ehefrau bestreiten die Drogengeschäfte. Wie das Kokain nach Tirol kam, „wissen wir noch nicht“, sagt Tersch. Die Herkunft der Ehefrau und die Geldflüsse legen allerdings nahe, dass die Beschuldigten aus dem Raum Innsbruck Verbindungen nach Lateinamerika nützten. Ins Bild passt auch, dass die beiden vor etwa drei Jahren ein Paar wurden. In jenem Zeitraum also, in dem die Polizei den Beginn der Kokaingeschäfte vermutet.

Wie ein Bekannter schildert, lebten die Verdächtigen durchaus bescheiden. Auch mit fast einer halben Million im Banksafe bzw. auf dem Konto ging der Wirt weiterhin seiner Arbeit nach. Für das Paar gilt die Unschuldsvermutung. (tom)

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