Mit dem Selbstbewusstsein Hand in Hand

Gemischte Stimmung, gemischte Qualität: Clara Luzia sorgt zum zweiten Mal heuer für ein volles Haus in Innsbruck.

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Clara Luzia wechselt zwischen Akustik- und E-Gitarre. Groß sind die Songs, auf denen die Frontfrau singen (und springen) kann.
© Unterthurner

Innsbruck –Clara Luzia ist ein Garant für ein volles Haus, das hat die Band der niederösterreichischen Sängerin Clara Luzia Maria Priemer-Humpel schon im Mai bewiesen. Auf einer Mini-Tour stellte sie dort ihr aktuelles Album „When I Take Your Hand“ vor, jetzt folgt das ausgedehnte Touren, im Gepäck die neuen Tracks.

Das Hauptaugenmerk liegt beim Auftritt am Donnerstag im Innsbrucker Treibhaus auch auf den neuen Stücke­n. Sowohl der Opener („Mood Swing“) als auch die heimlichen Highlights („Bold Move“, „On the Street“ oder „When the Streets“) stamme­n von der neuen Platte. Dazwischen streut Clara Luzia alte Songs von ihren letzten, immerhin sechs Studioalben.

Das erste erschien 2006, „Railroad Tracks“ stand für straighten Acousticpop. Merkmal der Musik ist der glasklar­e Sound der Stimme ihrer Frontfrau, der die gesamte Instrumentierung trägt. Sukzessiv­e stärker und lauter werden die nächsten Alben, der Song „Queen of the Wolves“(2009), der natürlich auch in der Setlist der aktuellen Tour nicht fehlen durfte, steht als ideales Beispiel dafür. Die Platten „We Are Fish“ und auch das nachfolgende „Here’s to Nemesis“ fühlten sich bereits wohl im neu eroberten Indie-Rock-Umfeld.

Mit einher geht auch eine Art neues Selbstbewusstsein, das Clara Luzia guttut und auch live ankommt. Das Publikum akzeptier­t sogar unangekündigte Cover-Ausflüge hin zu den Pet Shop Boys („It’s a Sin“). „This House“ oder „Cosmic Bruise“, das die Zugabe zu einem lockeren Abschluss machte, zeigen, dass das Publikum ihre Lust zum Tanzen auch ausleben kann. Gut, dass die nachdenklichen Nummern à la „Running Out“ und vor allem das sehr persönliche „The Story of You & Me“ (die Geschichte vom Kennenlernen ihrer heutigen Partnerin, Schlagzeugerin Cathie Priemer) die Tanzwütige­n wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen und doch immer träumen lassen.

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Die Zuhörer schätzen die Ursprünglichkeit, die Spontanität, die die Band an den Tag legt. Die aber manchmal auch mit unsauberen Übergängen, im Raum hängenden Geräuschkulissen oder einer gebrochenen Stimme einhergehen. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Auffällig sind die zwei Seiten der Frontfrau: die abgehangene, erfahrene Sängerin und die bescheidene, fast schüchterne Person dahinter. Aber diese Authentizität sorgt auch dafür, dass das volle Haus so manche schrägen Töne verzeiht. (bunt)


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