Russland nimmt BBC ins Visier

Moskau (APA/Reuters) - Die russische Medienaufsicht nimmt als Reaktion auf das britische Vorgehen gegen den russischen Sender RT die BBC ins...

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Moskau (APA/Reuters) - Die russische Medienaufsicht nimmt als Reaktion auf das britische Vorgehen gegen den russischen Sender RT die BBC ins Visier. Die Aufseher überprüften, ob sich der Sender und sein Internetangebot an die russischen Gesetze hielten, teilte die Medienaufsicht Roskomnadsor am Freitag mit. „Die Ergebnisse unserer Prüfungen werden separat veröffentlicht.“

Weder BBC noch die britische Aufsicht Ofcom waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen. Am Donnerstag hatte Ofcom erklärt, RT habe in der Berichterstattung über die Vergiftung des früheren Spions Sergej Skripal und dessen Tochter gegen die Regeln verstoßen. „Wir haben RT gesagt, dass wir beabsichtigen, eine gesetzliche Sanktion zu erwägen.“ Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums erklärte, dieses Vorgehen lasse Russland keine andere Option, als mit vergleichbaren Schritten zu reagieren.

Der ehemalige russische Doppelagent Skripal und seine Tochter waren am 4. März vor einem Einkaufszentrum in der südenglischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Nach Angaben britischer und internationaler Chemiewaffeninspektoren wurden sie mit dem in der Sowjetunion in den 1970er- und 1980er-Jahren entwickelten Nervengift Nowitschok attackiert. Großbritannien und andere westliche Staaten machen dafür Russland verantwortlich. Die Regierung in Moskau hat dies zurückgewiesen.


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