Alarm! Rotkreuz Tannheimer Tal gehen die Freiwilligen aus

„Hilf uns zu helfen!“, appelliert das Rote Kreuz Tannheim. Die Zahl der Freiwilligen sinkt dramatisch. Ein Infoabend soll neue Helfer bringen.

Die Versorgung von Notfallpatienten ist die Hauptaufgabe des RK-Teams im Hochtal.
© ÖRK/Nadja Meister

Von Simone Tschol

Tannheim –Das Tannheimer Tal zählt zirka 2700 Einwohner. Wenn die Hauptsaison anbricht, so wie jetzt, tummeln sich im Hochtal meist über 5000 Personen.

Tritt ein medizinischer Notfall ein, ist die Mannschaft des Roten Kreuzes binnen weniger Minuten zur Stelle. Dies ist jedoch kein Selbstläufer, wie die aktuelle Situation zeigt. Die Ortsstelle Tannheim gerät selbst in Not. „Leider wird es immer schwieriger, da die Anzahl der Freiwilligen in den letzten Jahren stark gesunken ist“, erklärt Ortsstellenleiter Florian Müller im Gespräch mit der TT und beschreibt das Dilemma anhand von Zahlen: „Waren es vor einigen Jahren noch 50 Freiwillige, so sind es heute mit 25 nur noch die Hälfte, die den gleichen Dienstplan abzudecken versuchen. Das entspricht weniger als einem Prozent der Talbewohner.“

Dieser Mangel stellt das Rote Kreuz im Hochtal vor ein immer größeres Problem. „Wir sind derzeit in einem Bereich, in dem wir zwar die Dienste noch abdecken können, es aber sehr mühsam wird, wenn irgendwo im Dienstplan eine Lücke entsteht“, so Müller. Insgesamt sind zwei Hauptberufliche, zwei Zivildiener und 25 Freiwillige im Tannheimer Tal im Einsatz. Um die Ortsstelle das ganze Jahr rund um die Uhr zu besetzen, leisten einige Ehrenamtliche sogar bis zu 1000 Stunden pro Jahr. „Wenn sich die gesamte Truppe nicht dermaßen einsetzen würde, ginge es gar nicht“, weiß Müller um das Engagement seines Teams. Aber das Problem betreffe nicht nur das Rote Kreuz. Generell nehme die Motivation im Freiwilligenbereich stark ab.

Eine Hürde könnte möglicherweise die zeitintensive Ausbildung sein. „Die Arbeit beim Roten Kreuz ist natürlich auch eine große Verpflichtung. Bis zum Rettungssanitäter sind immerhin 100 Stunden Theorie und 160 Stunden Praxis mitsamt Prüfungen zu absolvieren. Dafür hat man dann eine wirklich fundierte Ausbildung. Neben den Turnusdiensten besteht überdies eine Fortbildungspflicht im Ausmaß von 16 Stunden pro Jahr.“

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Um neue Teammitglieder zu gewinnen, laden Müller und das Rote Kreuz am 26. Jänner um 17 Uhr im Rot-Kreuz-Heim in Tannheim zu einem Infoabend. Unter dem Titel „Wir brauchen deine Hilfe“ erfahren Interessierte alles rund um die ehrenamtliche Arbeit, die Ausbildung und das System. Müller hofft auf rege Teilnahme und gibt sich optimistisch: „Wenn wir auch nur einen finden, der aktiv in den Dienst einsteigt, hat sich der Abend für uns und die Ortsstelle schon gelohnt.“


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