Barocke Freude an der Geburt des Jesukindes

Okzident und Orient trafen sich am Donnerstag im Kurhaus zu einer musikalischen Weihnachtsbetrachtung, erfüllt von Freude und Staunen über d...

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Der kenntnisreich und farbig besetzte Innsbrucker Marini Consort bei seinem Weihnachtskonzert in Hall.
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Okzident und Orient trafen sich am Donnerstag im Kurhaus zu einer musikalischen Weihnachtsbetrachtung, erfüllt von Freude und Staunen über die Geburt des Jesukindes. Freude und Staunen löste auch dieses Programm des Marini Consort Innsbruck aus, das kenntnisreich konzipiert mit viel unbekannter Musik von der Krippe an den Wiener Habsburger Hof um 1660 führte. Die Ensemblemitglieder Ann­e Maria Dragosits und Johannes Giesinger haben im Programmtext das Konzept und die historischen Umstände erläutert.

Hozan Temburwan ließ sich mit seiner Baglama (türkische Laute) und als Sänger hören, um damit die Hirten an der Krippe zu imaginieren. Dazu der Zeitsprung an den Habsburger Hof und einigen dort beschäftigten Komponisten, überwiegend aus dem norditalienischen Raum. Das zentrale Werk, die Kantate „Serenatevi o Cieli", stammt von Giovanni Battista Pederzuoli, einem um 1630 nahe Brescia geborenen Musiker, der nun allmählich entdeckt wird.

Durch die lichten, beweglichen Sopranstimmen von Ulrike Hofbauer und Maria Ladurner vor den teils pulsierenden, teils zart verhaltenen Instrumentalisten wurde diese Musik im Wechsel ihrer Emotionen lebendig. Ebenso die in diese Klammer eingebetteten Werke u. a. von Claudi­o Monteverdi, Alessandro Piccinini, Biagio Marini, Salomone Rossi, Francesco Turini und Johann Kaspar Kerll, deren frühbarocke Beredtheit der Marini Consort in einen stimmungsvollen Weihnachtsabend zu verwandeln verstand. (u.st.)


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