23-Millionen-Budget in Sölden

Bei 20,37 Mio. im ordentlichen und 2,7 Mio. im außerordentlichen Haushalt geht Sölden mit einer Voranschlagssumme von gut 23 Mio. Euro ins neue Budgetjahr 2019.

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Der alte Piccardsaal hat ausgedient. Ihm folgt das neue Piccardzentrum, das auf dem Status quo der Technik alle Stückln, vom Konzert bis zur Konferenz, spielen wird.
© superwien architektur

Von Thomas Parth

Sölden –„Während der Auflagefrist war das Publikumsinteresse gleich null“, informiert BM Ernst Schöpf die Anwesenden der Budgetsitzung des Gemeinderates, bevor Finanzausschussobmann Lukas Scheiber zur Budgetpräsentation überging.

Scheiber kann knapp über 2 Mio. Euro aus dem Vorjahreshaushalt in die aktuelle Planung übernehmen. BM Schöpf merkt an, dass zum Zeitpunkt der Budgetsitzung des Finanzausschusses diese Summe nur eine Schätzung war: „Mittlerweile sind wir wieder um 14 Tage gescheiter und um einige Rechnungen weiter. Es hat sich in beide Richtungen auf dem Konto etliches getan, und wenige Tage vor Jahresende sind die genannten 2 Millionen sehr, sehr realistisch.“

Generell sieht Lukas Scheiber das Budget als ein Abarbeiten der Wünsche, welche sich aus den jeweiligen Ausschüssen ergeben. „Der Rest ist ein lebendes Konstrukt. Anfang Sommer sieht man, wie die Wintersaison gelaufen ist und wie viele Mittel die Gemeinde hereinbekommt. Die Sozialthemen wie Altenheim, Krankenhausbeiträge, Kinderbetreuung oder Straßensanierung und Bachverbauungen ergeben sich ohnehin aus den Vorgaben Dritter wie dem Land oder der WLV“, meint Scheiber. „Rund 17 Millionen sind eh schon verplant.“ Dass das Budget bis auf die zwei Gegenstimmen aus dem blauen Lager einstimmig angenommen wurde, sieht Scheiber „völlig unaufgeregt“. Die FP-Kritik „Wir sind dagegen, weil wir nicht im Finanzausschuss sitzen“ beeindruckt Scheiber nicht.

1Einer der interessantesten Punkte auf der Sölder bzw. Gurgler Wunschliste ist das neue Piccardzentrum. Dieses soll die Gemeinde zusammen mit dem Ötztal Tourismus und der Uni Innsbruck stemmen (die TT berichtete). Im 2019er-Jahr will Sölden dafür erstmals 1 Mio. Euro lockermachen. Im Folgejahr wird eine weitere Million fällig. Wie wichtig diese Einrichtung der Universität ist, formuliert Uni-Rektor Tilmann Märk: „Die Universität Innsbruck arbeitet sehr bewusst auch im Sinne der Standort- und Regionalentwicklung.“ Dies zeige neben Landeck und Lienz auch das bisherige Engagement in Obergurgl. „Wir wollen und werden hier gerne etwas beitragen, was die zukünftige Entwicklung des Kongresszentrums Gurgl betrifft“, so Märk, der die Kompetenzen und internationalen Netzwerke der Uni gerne miteinbringe. – Wie die steuerrechtliche Konstruktion zwischen den drei Partnern aussehen wird, werde sich demnächst entscheiden. Lukas Scheiber: „Es stellt sich die Frage, wer als Bauherr auftritt. Der Hintergrund ist, wer letztlich dazu berechtigt ist, die Vorsteuer abzuziehen.“

2Der Ankauf eines Feuerwehrautos inklusive Aufbau mit 180.000 Euro sowie ein neuer Unimog mit Schneepflug und Aufbauten für den Recyclinghof belastet das Budget um 300.000 Euro.

3Der Finanzzuschuss zur Rodelbahn kommt mit 300.000 Euro und der Gemeinschaftsraum in der Fraktion Heilig Kreuz mit 250.000 Euro zum Tragen.

4Diverse Straßen- und Brückensanierungen werden voraussichtlich mit insgesamt 519.000 Euro zu Buche schlagen und der Schutzwasserbau Rettenbach wird an die 150.000 Euro kosten.

5Der Zuschuss zum Ötztal Radweg des Ötztal Tourismus liegt bei 65.000 Euro. Der VVT-Beitrag zum Ötztaltakt kommt auf 120.000 Euro.

6Die Venter Seilbahnen erhalten von der Gemeinde Sölden eine halbe Million Euro, während der Lawinenschutz im Venter Tal auf 240.000 Euro kommt.

7Die restlichen Zahlungen zur Kinderkrippe Sölden belaufen sich auf 440.000 Euro. Diese werden wie das Altenheim-Darlehen von 120.000 Euro oder der Zuschuss Piccardzentrum und der Lawinenschutz Venter Tal dem außerordentlichen Haushalt zugerechnet.

In der Sölder Budgetsitzung stimmte der Gemeinderat auch für die Anpassung der neuen Altenheim-Tarife. Dafür habe auch das Land Tirol grünes Licht gegeben. Die einzelnen Pflegestufen-Tarife werden um knapp 3 Prozent erhöht.


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