Afghanische Familie in Kaltenbach zwischen Hoffen und Bangen

Die Eltern einer afghanischen Familie haben einen negativen Asylbescheid erhalten. Dass sie bestens integriert sind, Deutsch sprechen können, gemeinnützige Arbeiten verrichten, zählt dabei nicht.

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© Dähling

Kaltenbach –Die beiden Mädchen (5 und 6 Jahre) albern ausgelassen herum und erzählen aufgeregt vom Weihnachtsstück, in dem die Jüngere mit ihren Kindergartenfreundinnen mitspielt. Ihr Dialekt verrät, wo sie zuhause sind: im Zillertal, genauer gesagt in Kaltenbach. Wie lange noch, ist allerdings ungewiss.

Denn die beiden Mädchen, ihre Eltern und ihr zweijähriger Bruder müssen möglicherweise dorthin zurück, von wo sie vor drei Jahren vor den Taliban geflüchtet sind: nach Afghanistan. Ihre Eltern Safi und Maryiam Sarwari haben im Februar einen negativen Asylbescheid erhalten. Dass sie bestens integriert sind, Deutsch sprechen können, gemeinnützige Arbeiten verrichten, zählt dabei nicht. Auch nicht, dass ihr Integrationswille so weit reicht, dass sie ihrem in Tirol geborenen Sohn einen christlichen Namen gaben: Johannes. Maryiam trägt kein Kopftuch, trainiert bei der Damenfußballmannschaft. Dafür wird die Familie von einigen Muslimen auch in Tirol angefeindet. Safi Sarwari ist sich sicher, die Rückkehr nach Afghanistan, wo er als Lehrer Feindbild der Taliban war, bedeutet den Tod für seine Familie und ihn. Das Ministerium argumentiere indes, die Region rund um Mazar-E-Sharif sei sicher.

„Das Gegenteil ist der Fall und das müssen wir denen beweisen“, meint BM Klaus Gasteiger, der der Familie zur Seite steht. Bilder und TV-Reportagen, die die instabile Lage dokumentieren, bewirken wahrscheinlich mehr als die beste Integration, glaubt er. Das Berufungsverfahren läuft. Wer die Familie unterstützen will, kann das per Online-Petition, Stichwort „Bleiberecht für Familie Sarwari“. (ad)


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