Wissenschaftsjahr 2019: Mond und Periodensystem im Fokus 1

Wien (APA) - Die UN haben 2019 zum „Internationalen Jahr des Periodensystems der chemischen Elemente“ erklärt. Überstrahlt wird das Wissensc...

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Wien (APA) - Die UN haben 2019 zum „Internationalen Jahr des Periodensystems der chemischen Elemente“ erklärt. Überstrahlt wird das Wissenschaftsjahr 2019 aber vom Mond: Vor 50 Jahren, am 21. Juli 1969, betrat US-Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch den Mond und passend zum Jubiläum haben zahlreiche Raumfahrtmissionen neuerlich den Erdtrabanten zum Ziel.

Anlass für das Internationale Jahr des Periodensystems der chemischen Elemente ist dessen runder „Geburtstag“: Vor 150 Jahren hatten der russische Chemiker Dmitri Mendelejew und sein deutscher Kollege Julius Lothar unabhängig voneinander einen systematischen Zusammenhang zwischen Atommasse und chemischen Eigenschaften der Elemente erkannt und das „Periodensystem der Elemente“ geschaffen. Offiziell eröffnet wird das Jahr von der UNESCO am 29. Jänner in Paris, weltweit sollen Veranstaltungen und Events folgen.

Mit den berühmten Worten „That‘s one small step for man, one giant leap for mankind“ („Das ist ein kleiner Schritt für den Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit“) begleitete Neil Armstrong am 21. Juli 1969 um 03.56 Uhr (MEZ) seinen ersten Schritt auf den Mond. Neben den zahllosen weltweiten Events und Ausstellungen, die an dieses Ereignis von epochaler wissenschaftlicher und kultureller Bedeutung erinnern (u.a. das Naturhistorische Museum Wien, das seine große Herbstausstellung der Mondlandung widmet), wird es auch von zahlreichen neuen Mondmissionen begleitet.

Schon rund um den Jahreswechsel soll die am 8. Dezember gestartete chinesische Sonde Chang‘e 4 auf der der Erde abgewandten Seite des Mondes landen und dort wissenschaftliche Experimente vornehmen. Gelingt dies, wäre China die erste Raumfahrtnation, der eine Landung auf der Rückseite des Mondes gelingt. Zudem will China mit Chang‘e 5 im kommenden Jahr eine weitere Mondsonde starten, die Gesteinsproben zur Erde zurückbringen soll - Starttermin ist noch keiner bekannt. Im Jänner will auch Indien seine zweite Mondsonde starten: „Chandrayaan-2“ soll als erste Mission am Südpol des Mondes landen.

Zumindest zwei Teilnehmer des von Google ausgeschriebenen „Lunar XPrize“, der zu kostengünstigen, privaten Mondmissionen ermutigen sollte, wollen 2019 zum Mond starten. Zunächst will die israelische Organisation SpaceIL Anfang Februar mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX die kleine Raumsonde „Sparrow“ starten, die etwa zwei Monate später auf dem Mond landen soll.

Im zweiten Halbjahr 2019 ist das Projekt „Mission to the Moon“ des Berliner Unternehmens PTScientists geplant, an dem viele Österreicher mitarbeiten. Ziel ist, eine Landeeinheit mit zwei Rovern im Taurus-Littrow-Tal am Mond aufsetzen zu lassen, eine Region, die bereits das Ziel der Apollo 17-Mission im Dezember 1972 und damit der bisher letzte Platz war, an dem Menschen den Erdtrabanten betreten haben. Zu erwarten ist, dass der exklusive Medienpartner Red Bull Media House das Ereignis groß in Szene setzt.

Auch abseits des Mondes gibt es jede Menge spannender All-Missionen: Den Auftakt zum Raumfahrtjahr setzt die Raumsonde New Horizon, die am 1. Jänner am rund 30 Kilometer großen Objekt „Ultima Thule“ aus dem Kuipergürtel in den äußersten Regionen des Sonnensystems vorbeifliegen und es untersuchen soll. Gegen Ende des Jahres soll die japanische Raumsonde „Hayabusa2“ wieder Richtung Erde zurückkehren - mit Material des Asteroiden Ryugu, auf den sie im Oktober das Messgerät „Mascot“ abgeworfen hat.

Mitte Oktober ist der Start der europäischen Mission „Cheops“ angesetzt, die Exoplaneten im Detail charakterisieren und die Bestandteile ihrer Atmosphären bestimmen soll. Beteiligt an dem Satelliten sind das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und die Wiener Weltraumfirma Ruag Space.

Ernst werden dürfte es mit den Bemühungen der USA, erstmals seit der Einstellung des „Space Shuttle“-Programms 2011 wieder Astronauten ins All zu bringen: Nach zahlreichen Verschiebungen ist der Jungfernflug der vom Rahmfahrtunternehmen SpaceX gebauten Kapsel „Crew Dragon“ - noch unbemannt - am 7. Jänner geplant, der erste Testflug mit Besatzung soll im Juni 2019 folgen. Ebenfalls mit Verspätung plant Boeing seinen ersten unbemannten Testflug des Crew-Transporters „Starliner“ nun für März und bemannt für August 2019.

Auch Amazon-Gründer Jeff Bezos hat angekündigt, mit seiner Raketenfirma Blue Origin und der Trägerrakete „New Shepard“ einen ersten bemannten Testflug durchzuführen. Elon Musk hat kürzlich die von seiner Firma SpaceX für Mars-Flüge geplante „Big Falcon Rocket“ in „Starship“ umbenannt, erste Testflüge dieser Schwerlastrakete sind für 2019 in Aussicht gestellt.


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