Europas Leitbörsen zu Mittag einheitlich im Minus

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag zu Mittag einheitlich schwächer tendiert. Der Euro-Stoxx-50 fiel 0,...

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Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag zu Mittag einheitlich schwächer tendiert. Der Euro-Stoxx-50 fiel 0,79 Prozent auf 2.976,29 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.00 Uhr mit 10.555,89 Punkten und minus 0,52 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London fiel um 0,54 Prozent und steht nun bei 6.675,43 Stellen.

Neue Spannungen zwischen den USA und China haben Europas Aktienmärkten zum Wochenausklang weitere Verluste eingebrockt. Zuvor war es deswegen bereits an der Wall Street und in Asien deutlich bergab gegangen. Angesichts des heutigen großen Verfallstermins an den Terminbörsen - auch „Hexensabbat“ genannt - sind im weiteren Handelsverlauf auch noch heftige Kursschwankungen möglich.

Nun wirft die US-Regierung China vor, bei groß angelegten Hackerangriffen auf die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten massenhaft Geheimdaten gestohlen zu haben. Peking wies die Beschuldigungen umgehend zurück. Dazu kommt in den USA die Gefahr eines teilweisen Stillstands der Regierungsgeschäfte, weil Präsident Donald Trump und der Kongress sich über die Finanzierung einer Grenzmauer zu Mexiko streiten.

Auch aktuelle Konjunkturdaten fanden Beachtung: Trotz der Unsicherheit wegen des nahenden Brexit ist die britische Wirtschaft im dritten Quartal kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Juli bis September zum Vorquartal um 0,6 Prozent zu. Großbritannien schlug sich damit weit besser als die beiden großen Euro-Länder.

Die Anleger feierten den Kauf des Deutschlandgeschäfts von Delivery Hero durch den niederländischen Essenslieferdienst Takeaway.com. Die Aktien von Delivery Hero zogen um gut zehn Prozent an, takeaway.com kletterten sogar um 34 nach oben. In London setzten sich auch die Titel des Mitbewerbers Just Eat mit plus 4,9 Prozent stark in Szene.

Der Kaufpreis von insgesamt 930 Millionen Euro für das deutsche Delivery-Hero-Geschäft beinhalte einen Aufschlag von rund 35 Prozent auf die letzte Bewertung, schrieb Sherri Malek vom Analysehaus RBC. Sie wertet die Transaktion als positiv für die Niederländer, die damit ihr Umsatz- und Gewinnpotenzial steigerten und zum dominanten Akteur auf dem deutschen Markt würden.

Inzwischen deutet sich eine weitere Transaktion in der Branche an: So berichtete die spanische Wirtschaftszeitung „Expansion“ unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, dass ein Konsortium um die US-Beteiligungsgesellschaft KKR die spanische Restaurantkette Telepizza komplett kaufen und von der Börse nehmen wolle. Deren Aktien hatten bereits am Donnerstag um knapp siebeneinhalb Prozent zugelegt, bevor die spanische Finanzaufsicht CNMV sie kurz vor Börsenschluss vom Handel ausgesetzt hatte. Bis jetzt werden sie nicht wieder gehandelt.

Dagegen ging es für die Papiere der Danske Bank um 2,6 Prozent bergab. Nachdem die Dänen jüngst mit einem Geldwäsche-Skandal Schlagzeilen gemacht hatten, senkten sie nun ihr Gewinnziel für das laufende Jahr.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA236 2018-12-21/12:16


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