Deutsche Regierung irritiert über einseitigen US-Abzug aus Syrien

Berlin/Washington (APA/Reuters/dpa) - Die deutsche Bundesregierung zeigt sich irritiert über US-Präsident Donald Trumps mangelnde Abstimmung...

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Berlin/Washington (APA/Reuters/dpa) - Die deutsche Bundesregierung zeigt sich irritiert über US-Präsident Donald Trumps mangelnde Abstimmung mit den Bündnispartnern über den US-Truppenabzug aus Syrien. „Die Bundesregierung hat die Entscheidung der USA, über die sie vorab nicht informiert worden ist, zur Kenntnis genommen“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Freitag in Berlin.

„Als Verbündeter und Teil der Anti-IS-Koalition hätten wir vorherige Konsultationen mit der US-Regierung über einen Abzug der US-Truppen als hilfreich empfunden.“ Aus Sicht der deutschen Bundesregierung gehe weiter eine Gefahr von der Extremistenmiliz IS aus.

Das Mandat für den Bundeswehr-Einsatz gegen den IS ist nach Angaben eines Sprechers des Bundesverteidigungsministeriums von der US-Entscheidung nicht direkt betroffen. Deutschland hat für den Einsatz Soldaten und Aufklärungsjets in Jordanien stationiert.

Zudem drängt Berlin nach Berichten über einen geplanten Teilabzug der USA auch aus Afghanistan auf mehreren Gesprächskanälen auf Aufklärung. Dazu gebe es Kontakte mit Ansprechpartnern in den USA, sagten Sprecher des Verteidigungs- und des Außenministeriums am Freitag in Berlin.

Neben dem Abzug ihrer Soldaten aus Syrien will die US-Regierung Medienberichten zufolge auch die eigene Truppenstärke in Afghanistan deutlich reduzieren. Das „Wall Street Journal“ hatte unter Berufung auf nicht näher genannte Regierungsbeamte gemeldet, etwa die Hälfte der 14.000 US-Soldaten in Afghanistan solle abgezogen werden.

„Die USA stellen ein ganz wesentliches Kontingent für diesen Einsatz. Sie stellen den Kommandanten. Sie bilden das Rückgrat des internationalen Engagements in Afghanistan. Das ist ein wirklich unverzichtbarer Partner“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die afghanischen Sicherheitskräfte benötigten weiter Unterstützung in einer Situation, in der es ein politisches und militärisches Ringen mit den Taliban gebe.


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