Israels Armee begann mit Zerstörung von Hisbollah-Tunneln

Beirut/Jerusalem (APA/dpa) - Israels Armee hat mit der Zerstörung von Tunneln der libanesischen Hisbollah-Miliz im Grenzgebiet begonnen. Spe...

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Beirut/Jerusalem (APA/dpa) - Israels Armee hat mit der Zerstörung von Tunneln der libanesischen Hisbollah-Miliz im Grenzgebiet begonnen. Spezialtruppen hätten einen Tunnel detoniert, der von einem schiitischen Dorf auf israelisches Gebiet führte, teilte das Militär am Freitag mit. Der Einsatz habe am Vorabend begonnen.

Israel hat in diesem Monat nach Militärangaben vier Tunnel der Hisbollah-Miliz gefunden. Israel spricht in diesem Zusammenhang von „Angriffstunneln“.

Die UN-Friedenstruppen im Libanon (UNIFIL) bestätigten die Existenz der Tunnel nahe der blauen Linie, der internationalen Grenze. Zwei davon überqueren die blaue Linie und verstoßen damit gegen die UN-Resolution 1701, wie UNIFIL mitteilte. Mit der Resolution war der Libanonkrieg 2006 beendet worden.

Bei einem Besuch von Bundespräsident Alexander Van der Bellen bei den österreichischen UNIFIL-Soldaten Anfang Dezember freilich wurde auch in den Raum gestellt, dass es sich bei den gefundenen Tunnel auch um Bauwerke handeln könnte, die bereits Jahre oder gar Jahrzehnte alt sind.

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Die Blauhelme der UNIFIL überwachen seit 1978 das Grenzgebiet zwischen Israel und dem Libanon. Gegenwärtig sind etwas über 10.000 UN-Soldaten an dem Einsatz beteiligt. Auch die Bundeswehr ist mit mehr als hundert Soldaten dabei.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu hatte die Tunnel am Mittwoch als „kriegerischen Akt“ der Hisbollah gegen sein Land eingestuft. Die libanesische Armee unternehme nichts gegen die pro-iranische Miliz, kritisierte er.

Im Libanon wird der aktuelle Zwist um die Tunnel freilich auch mit Schwierigkeiten von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu in Verbindung gebracht, der wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck ist. Netanyahu würde versuchen, durch außenpolitische Härte in Israel innenpolitisch zu punkten, meinen politische Beobachter.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA287 2018-12-21/13:28


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