Die wundersame Verwandlung der Innsbruck-Information am Burggraben

Metamorphose der Innsbruck-Information durch Manfred Sandner und Bettina Hanel.

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Nicht wiederzuerkennen: die neue alte Innsbruck-Information.
© G. Kresser

Von Edith Schlocker

Innsbruck –Die Innsbruck-Information am Burggraben ist seit ihrer wundersamen Verwandlung durch Manfred Sandner und Bettina Hanel nicht wiederzuerkennen. Wurden unter den strengen Augen der Denkmalschützer doch viele Schichten zahlreicher Umbauten der ehemaligen Hofstallungen entfernt, um sich räumlich dem Zustand von vor 500 Jahren anzunähern.

Völlig freigelegt wurde das originale, von mächtigen Säulen aus Höttinger Breccie getragene Kreuzgratgewölbe des rund 300 Quadratmeter großen dreischiffigen Raums, dessen Boden auf das Originalniveau abgesenkt wurde, wodurch die ursprünglichen Proportionen wieder stimmen. Bei der Befreiung der Gewölbe von vielen Putzschichten stießen die Restauratoren u. a. auf jene der Renaissance inklusive der Reste einer zarten Bemalung. Bewusst nicht verschwiegen werden aber auch die Wunden etwa in der Form von Hackern im Putz, die die Zeit in die Haut dieses schönen alten Raums gegraben hat.

War es dem Architektenduo doch wichtig, dass der Raum nach seiner Metamorphose wieder Geschichte atmet. Allerdings mit genauso viel Sensibilität wie Selbstbewusstsein ins Heute geholt. Indem Sandner/Hanel durch die Art der diagonalen Setzung der zwei Eingänge bzw. der Erschließung des Raums durch Stiegen bzw. einer Rampe dessen Axialität raffiniert brechen, um ihn auf diese Weise seiner fast sakral daherkommenden Anmutung zu entzaubern.

Sehr heutig ist auch die Wahl der Materialien, die beim Umbau zum Einsatz gekommen sind. Der Boden ist aus Beton mit feinen, farbig mit der Breccie korrespondierenden Einsprengseln, teilweise bedeckt durch einen Teppich, der das archäologische Darunter abbildet. Die Formensprache der Möbel bzw. Einbauten ist schnörkellos minimalistisch, leicht spiegelnder Edelstahl das Material der Wahl. Stimmungsvoll beleuchtet durch indirektes Licht.

Ein höchst kontroversiell diskutiertes Thema beim Umbau der Innsbruck-Information waren die Fenster. Allerdings nicht die zur Stiftgasse, zu der sich der Raum großflächig öffnet, sondern zum Burggraben. Der Überzeugungskraft Manfred Sandners ist es zu verdanken, dass die erst vor knapp 100 Jahren aus der ehemaligen Stadtmauer gebrochenen Fenster wieder fast geschlossen wurden. Raffiniert ausgefüllt durch Arabesken aus Lehm, die den erleuchteten Raum nächtens geheimnisvoll wie eine überdimensionale Laterne leuchten lassen.


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