Mehr als 27.500 Eritreer seit Grenzöffnung nach Äthiopien geflohen

Addis Abeba/Asmara (APA/AFP) - Seit der Öffnung der Grenze zwischen den früheren Kriegsgegnern Äthiopien und Eritrea haben mehr als 27.500 E...

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Addis Abeba/Asmara (APA/AFP) - Seit der Öffnung der Grenze zwischen den früheren Kriegsgegnern Äthiopien und Eritrea haben mehr als 27.500 Eritreer im Nachbarland Asyl beantragt. Am 31. August, knapp zwei Wochen vor der Grenzöffnung, seien bereits 174.000 eritreische Flüchtlinge in Äthiopien registriert gewesen, teilte die EU-Hilfsorganisation Echo am Freitag mit.

Im Oktober hatte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mitgeteilt, die Zahl der eritreischen Flüchtlinge sei von durchschnittlich 53 auf 390 Menschen pro Tag gestiegen. Die Grenze zwischen den beiden afrikanischen Staaten war am 12. September geöffnet worden, nachdem die beiden Länder im Juli eine Friedensvereinbarung unterzeichnet hatten, die eine Kehrtwende im Verhältnis beider Länder markiert.

Eritrea hatte sich Anfang der 1990er Jahre nach einem zwei Jahrzehnte währenden Krieg von Äthiopien abgespalten und sich 1993 für unabhängig erklärt. Das weit größere Äthiopien verlor dadurch den direkten Zugang zum Roten Meer.

Wegen eines Grenzkonflikts führten die beiden Länder am Horn von Afrika von 1998 bis 2000 erneut Krieg gegeneinander. Rund 80.000 Menschen starben. Seitdem lagen die Beziehungen auf Eis. Nach seinem Amtsantritt im April leitete Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmad die Aussöhnung ein.

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Eritrea und Äthiopien gehören zu den ärmsten Ländern Afrikas. Während Äthiopien in den vergangenen Jahren zweistellige Wachstumszahlen verzeichnete, schreckte Eritrea mit militärischer Strenge und autoritärer Regierungsführung Investoren ab.


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