Linzer Polizei verhinderte vermutlich Bluttat vor Weihnachten

Linz (APA) - Die Linzer Polizei hat vermutlich eine Bluttat vor Weihnachten im familiären Bereich verhindert. Sie nahm mit Cobra-Unterstützu...

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Linz (APA) - Die Linzer Polizei hat vermutlich eine Bluttat vor Weihnachten im familiären Bereich verhindert. Sie nahm mit Cobra-Unterstützung einen 39-Jährigen am Donnerstag fest, der seine Lebensgefährtin jahrelang misshandelt und zumindest einmal vergewaltigt haben soll. Er wird aufgrund der aktuellen Ermittlungsergebnisse als „tickende Zeitbombe“ eingeschätzt.

Die 41-jährige Lebensgefährtin hatte aus Angst nie Anzeige erstattet. Aber nach eigenen Angaben hat sie seit 2013 ein Martyrium durchlebt. Ihr Lebensgefährte soll sie immer wieder geschlagen, mit einem Messer und einer Schusswaffe bedroht sowie im Frühling zudem vergewaltigt haben. Im Raum steht auch, dass er gegen die beiden Kinder - eines im Volksschul-, eines im Kindergartenalter - ebenfalls gewalttätig gewesen sein könnte. Die Gewaltausübung steigerte sich zunehmend. Am Donnerstag entschloss sich die Frau, zur Polizei zu gehen. Sie erschien dort mit ihren beiden Kindern und berichtete von den Übergriffen. Weil sie den Beamten auch sagte, dass ihr Mann Waffen besitze, zogen diese die Cobra hinzu.

Als die Polizei mit Unterstützung des Sondereinsatzkommandos in die Wohnung kam, ließ sich der Verdächtige widerstandslos festnehmen. Zuvor hatte er noch eine geladene Waffe aus dem Fenster geworfen, eine weitere, vollautomatische samt Munition wurde sichergestellt. Der 39-Jährige und die 41-Jährige wurden am Freitag stundenlang befragt.

Dabei war der Mann teilweise geständig und zeigte sich geradezu erfreut, dass er eingesperrt werde. Denn er wäre aus Eifersucht bereit gewesen, seine Partnerin und einen eventuellen Nebenbuhler zu töten, wenn es einen solchen gäbe, sagte er den Ermittlern. Ebenso hätte er demnach die Frau getötet, wenn er mitbekommen hätte, dass sie die Polizei einschalten will. Die Ermittler vermuten, dass die Lage noch vor Weihnachten eskaliert wäre und durch die Anzeige ein Tötungsdelikt verhindert wurde.

Der aus Mazedonien stammende Mann hält sich seit 1987 in Österreich auf. 2006 wurde ein behördliches Waffenverbot über ihn verhängt, der Grund dafür ist noch Gegenstand von Ermittlungen. Zur Herkunft der bei ihm sichergestellten Waffen machte der Festgenommene keine Angaben und begründete dies mit Erinnerungslücken. Am Samstag oder am Sonntag will die Polizei ihre Erhebungsergebnisse der Staatsanwaltschaft vorlegen. Die Justiz werde dann über das weitere Vorgehen entscheiden.


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