Pfefferspray zu Silvester aus mehreren italienischen Städten verbannt

Rom (APA) - Mehrere italienische Städte verbieten zu Silvester Pfefferspray. Nach der Massenpanik in einer Diskothek in der Adria-Hafenstadt...

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Rom (APA) - Mehrere italienische Städte verbieten zu Silvester Pfefferspray. Nach der Massenpanik in einer Diskothek in der Adria-Hafenstadt Ancona vor zwei Wochen, bei der sechs Menschen ums Leben gekommen sind, haben die Bürgermeister mehrerer Städte eine Verordnung erlassen, mit der sich strafbar macht, wer bei Events zum Jahreswechsel Reizgas bei sich hat. Vorgesehen sind Geldstrafen von bis zu 500 Euro.

Die Verordnung gilt in mehreren Gemeinden, darunter Mailand, Florenz und Bologna. Sie wurde in einigen Kommunen mit einem Böller-Verbot verbunden. Damit will man sichere Silvester-Feiern auf Straßen und Plätzen garantieren.

Einige Politiker forderten ein darüber hinausgehendes Verbot, an Silvester Reizgas zu verkaufen. Pfefferspray sei längst nicht nur ein Verteidigungs-, sondern sei zum Angriffsmittel geworden, argumentieren sie. Dagegen wehrt sich Innenminister Matteo Salvini. Pfefferspray diene laut dem italienischen Gesetz zur Selbstverteidigung. Jeder Missbrauch müsse zwar bestraft werden, man dürfe Reizgas jedoch nicht verbieten.

Pfefferspray war laut den Ermittlern Auslöser einer Massenpanik in der Diskothek „Lanterna azzurra“ (Blaue Laterne) unweit von Ancora. Bei dem Unglück vor dem Auftritt des italienischen Rap-Stars Sfera Ebbasta starben fünf Jugendliche und eine Mutter. Dutzende Besucher wurden verletzt. Geprüft wird noch, ob zu viele Tickets verkauft wurden und ob das Lokal überfüllt war.


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