Jeder dritte Urlauber akzeptiert Obergrenzen für Attraktionen

Kempten (APA/dpa/lby) - Jeder dritte Urlauber akzeptiert einer deutschen Umfrage zufolge Besucherobergrenzen für überlaufene touristische At...

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Kempten (APA/dpa/lby) - Jeder dritte Urlauber akzeptiert einer deutschen Umfrage zufolge Besucherobergrenzen für überlaufene touristische Attraktionen. Das ist eines der Ergebnisse einer Untersuchung der Tourismusexperten der Hochschule in Kempten im Allgäu. Die Forscher wollten wissen, wie die Urlauber mit dem sogenannten Overtourism (Übertourismus) umgehen, der derzeit zu den großen Themen der Reiseindustrie zählt.

Der Begriff bezieht sich darauf, dass durch Massentourismus wie in Venedig, Barcelona oder Amsterdam Konflikte zwischen Gästen und Einheimischen entstehen. Einige Städte setzen nun auf Maßnahmen, um die Zahl der Urlauber zu beschränken.

Bei der Entwicklung der Tourismuskonzepte müssten sich die Verantwortlichen künftig „auch mit der bisher ausgeblendeten Frage“ nach einer Grenze des Wachstums beschäftigen, sagte Professor Alfred Bauer von der Allgäuer Hochschule. „Ein besonderer Fokus muss neben der Zufriedenheit der Gäste viel stärker als heute auf die Toleranzgrenze der Bevölkerung gerichtet werden.“

Nur ein geringer Teil der Studienteilnehmer gab an, wegen der jüngsten Entwicklungen ganz auf Urlaub verzichten zu wollen. Fast jeder zweite sagte aber, eventuell lieber in der Nebensaison wegfahren zu wollen. Ein Viertel der Befragten würde auch auf andere Ziele umschwenken, um Menschenmassen zu vermeiden.


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