Kombination: Ramsauer Rehrl jubelte in seiner Heimat über Platz zwei

Ramsau am Dachstein (APA) - Lokalmatador Franz-Josef Rehrl hat in seinem Heimatort Ramsau seinen bisher größten Erfolg gefeiert. Der 25-Jähr...

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Ramsau am Dachstein (APA) - Lokalmatador Franz-Josef Rehrl hat in seinem Heimatort Ramsau seinen bisher größten Erfolg gefeiert. Der 25-Jährige musste sich am Samstag beim Weltcup der Nordischen Kombinierer in Ramsau nur Saisondominator Jarl Magnus Riiber im Zielsprint geschlagen geben. Rehrl jubelte vor den Augen seiner Familie und Freunden über seinen zweiten Podestplatz, der erste war ihm erst vor drei Wochen gelungen.

Damals war er in Lillehammer Dritter geworden, vor Heimpublikum fehlten mit 2,3 Sekunden nicht viel auf den ganz großen Coup. Rehrl genoss aber auch den zweiten Platz in vollen Zügen. „Es war ein unglaublicher Tag. Am Schluss habe ich sogar eine Attacke machen können. Ich habe mir gedacht, ich genieße es einfach, es war echt so schön“, meinte der stets sprungstarke Steirer, der diesmal mit dem nun vierfachen Saisonsieger Riiber auch in der Loipe problemlos mithalten konnte.

Ärger über den knapp verpassten Sieg, es wäre der erste für den ÖSV in Ramsau seit acht Jahren gewesen, gab es keinen. „Es ist sich dann zwar nicht ausgegangen, aber es gibt Schlimmeres im Leben. Vielleicht reicht es irgendwann für ganz oben.“ Die nächste Chance hat er bereits am Sonntag.

Der Samstagbewerb hatte für ihn eigentlich schlecht begonnen, weil er im von starkem Wind beeinträchtigten Springen weit hinten gelandet war. Da der Bewerb bei immer stärkeren Böen schließlich nach 48 von 50 Springern abgebrochen werden musste, ging Rehrl dank seines Sieges vom Vortag im provisorischen Durchgang als Erster neun Sekunden vor Riiber und deutlich vor den nächsten Verfolgern in die Loipe.

Auf der 10-km-Strecke hielt er sich bei leichtem Regen im Verbund mit Riiber die Verfolger mit hohem Tempo souverän vom Leib. Den Sprint um Rang drei einer großen Gruppe entschied der deutsche Vorjahressieger Fabian Rießle für sich. Bernhard Gruber wurde als zweitbester Österreicher Siebenter. „Ich habe mich stark gefühlt, die Kraft ist zurück im Körper. Ich kann wieder in den roten Bereich gehen, für den ganz dunkelroten fehlt mir noch ein bisschen“, freute sich der Ex-Weltmeister über seine bestes Saisonresultat. Der Ausfall des Springens und Topmaterial haben dem eigenen Team gut in die Karten gespielt, betonte Gruber.

ÖSV-Kombinierer-Chef Mario Stecher verwies ebenfalls auf die schnellen Skier und den willkommenen Abbruch des Springens. „Wir haben sicherlich das Glück des Tüchtigen gehabt, aber es wäre sonst nicht fair gewesen“, sagte Stecher, 2010 mit zwei Siegen der bisher letzte österreichische Ramsau-Triumphator. Die Leistung von Rehrl, der vor dieser Saison siebente Plätze als Topergebnisse vorzuweisen hatte, solle das aber nicht schmälern. „Er ist ein tolles Rennen gelaufen. Wenn mir das jemand vor einem Jahr gesagt hätte, hätte das keiner für möglich gehalten. Er hat sich wirklich enorm gesteigert“, lobte Stecher, der 2012 als Dritter für den bis dato letzten ÖSV-Podestplatz in Ramsau gesorgt hatte.

Dass nach den Rängen drei und zwei demnächst ein Sieg von Rehrl folgen sollte, könne man nicht erwarten. „Irgendwann wird hoffentlich einmal der erste Platz herausschauen, aber wir müssen jetzt einmal mit seiner Entwicklung sehr zufrieden sein“, sagte Stecher und verwies auf das gute mannschaftliche Abschneiden mit Gruber auf Rang sieben und Mario Seidl an der neunten Stelle.


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