Frankreichs Staatschef Macron besucht Truppen im Tschad

N‘Djamena (APA/dpa) - Kurz vor Weihnachten hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron einen Truppenbesuch im Tschad begonnen. Macron habe zu...

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N‘Djamena (APA/dpa) - Kurz vor Weihnachten hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron einen Truppenbesuch im Tschad begonnen. Macron habe zunächst mit seinem Amtskollegen Idriss Deby gesprochen, teilte der Elyseepalast am Samstag via Twitter mit.

Später wollte der 41-Jährige rund 1.000 Soldaten der „Barkhane“-Mission treffen. Für diesen Militäreinsatz gegen islamistische Terroristen in der Region sind insgesamt 4.500 französische Soldaten mobilisiert.

Macron hatte vor einigen Tagen in Paris seinem Kollegen aus Burkina Faso, Roch Marc Kabore, zugesichert, er werde die Länder der Region weiter im Anti-Terror-Kampf unterstützen. „Wir werden an der Seite der Sahel-Staaten engagiert bleiben, bis der Sieg vollständig ist“, hatte der Chef des Elyseepalastes gesagt.

Der Tschad kämpft an mehreren Fronten gegen den Terrorismus. Unweit der Hauptstadt N‘Djamena liegt der Tschadsee und das unruhige Grenzgebiet zu Nigeria, wo die islamistische Terrorgruppe Boko Haram ihr Unwesen treibt. Im Norden des Landes erstrecken sich die Weiten der Sahelzone und der Sahara, die ein ideales Rückzugsgebiet für Schmuggler und Terrorgruppen sind. Kriminelle und Extremisten bewegen sich oft ungehindert von Land zu Land, etwa in die Nachbarländer Niger und Libyen.

Die EU unterstützt die sogenannten G-5-Sahel-Staaten Mauretanien, Mali, Niger, Burkina Faso und Tschad beim Aufbau einer gemeinsamen Militärtruppe für den Kampf gegen Terrorismus und Organisierte Kriminalität. Deutschland und Frankreich erhoffen sich davon auch mehr Sicherheit für Europa und einen Rückgang der illegalen Migration. Österreich unterstützt eine EU-Trainingsmission in Mali (EU) mit 22, die UNO-Friedensmission zur Stabilisierung Malis (MINUSMA) mit drei Soldaten.

Präsident Deby regiert seit 1991 mit harter Hand die ölreiche französische Ex-Kolonie. Der zentralafrikanische Staat mit rund 15 Millionen Einwohnern ist einem UNO-Index zufolge das viertärmste Land der Welt. Macron wird den Tschad am Sonntag wieder verlassen.


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