Tsunami - „Auf einmal krachte eine Welle von hinten auf die Bühne“

Jakarta (APA/dpa) - Die Band „Seventeen“ spielte gerade ihren zweiten Song an einem beliebten Strand auf Indonesiens Insel Java, als die Tod...

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Jakarta (APA/dpa) - Die Band „Seventeen“ spielte gerade ihren zweiten Song an einem beliebten Strand auf Indonesiens Insel Java, als die Todeswelle heranrollte. Ein Tsunami, vermutlich ausgelöst durch die Eruption des Vulkans Anak Krakatau in der Sunda-Meerenge, riss nicht nur die Bühne und Konzertbesucher auf Stühlen mit sich.

Er zerstörte am Samstagabend (Ortszeit) Küstengebiete auf den beiden, an der Meerenge gelegenen Inseln Java und Sumatra und tötete mindestens 222 Menschen. Mindestens 843 Menschen wurden im Westen Javas und dem Süden Sumatras verletzt.

Die Gegend um die Meerenge ist wegen der Nähe zu der auf Java gelegenen Hauptstadt Jakarta gerade unter Einheimischen ein beliebtes Urlaubsziel. Auf Videos waren die Spuren der Verwüstung in Form zerstörter Gebäude und Boote sowie umgekippter Autos zu sehen. Der indonesische Katastrophenschutz sprach unter anderem von Hunderten beschädigter oder zerstörter Häuser, darunter auch neun Hotels. Das ganze Ausmaß der Katastrophe war auch Stunden später aber noch unklar.

Der Tsunami traf vor allem die im Westen Javas gelegene Provinz Banten, wo gerade viele Touristen urlaubten. Alleine dort zählte der indonesische Katastrophenschutz mindestens 126 Tote. Und genau in dieser Provinz, am Strand von Tanjung Lesung im Bezirk Pandeglang mit Blick auf die Sunda-Meerenge, spielte auch die Band vor etwa 260 Mitarbeitern des staatlichen Energiekonzerns PLN und deren Familien.

„Auf einmal krachte eine große Welle von hinten auf die Bühne“, berichtete Sänger Riefian Fajarsyah - auch bekannt als Ifan - später dem lokalen TV-Sender One. Zwei Stunden habe er im Wasser getrieben, um sich herum Leichen. Als es ihm gelang, wieder Boden unter den Füßen zu bekommen, habe er unter Trümmern die Leichen des Tourmanagers und des Bassisten gefunden. Auch der Gitarrist sei tot, schrieb „Seventeen“ in einer Mitteilung. Ifans Frau sowie weitere Bandmitglieder zählten zu den zahlreichen Vermissten.

Mitarbeiter verschiedener Hilfsorganisationen halfen bei den Such- und Bergungsaktionen mit. Freiwillige Helfer des Indonesischen Roten Kreuzes seien etwa in dem Bezirk Pandeglang im Einsatz, um Verletzte zu versorgen, nach Vermissten zu suchen und erste Schäden zu ermitteln, sagte eine Sprecherin. Es stellte zudem zahlreiche Hilfsgüter wie Wasser, Plastikplanen und Hygieneartikel bereit.


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