Keine Vignettenpflicht: „Tunnel kann bei L76-Sperre mautfrei genutzt werden“

Der BH-Verkehrsreferent trifft eine gesetzliche Klarstellung. Der Tankstellenbetreiber hätte betroffene Urlauber aufklären sollen anstatt Vignetten zu verkaufen.

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Zahlreiche Urlauber frequentieren den vignettenpflichtigen Landecker Tunnel. Wenn, wie mehrmals passiert, die Landecker Straße L76 gesperrt ist, kann der Tunnel laut BH-Verkehrsreferent mautfrei genutzt werden.
© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Landeck, Zams, Fließ –Weil die Landecker Straße L76 über Weihnachten gesperrt war, gab es für zahlreiche Urlauber mit Zielort im Obergricht nur eine einzige Straßenverbindung – den mautpflichtigen Landecker Tunnel. Einige mussten allerdings zuerst eine Vignette kaufen, etwa an einer Tankstelle in Zams – die TT berichtete.

Dazu sah sich Siegmund Geiger, Verkehrsreferent an der BH Landeck, gestern zu einer Klarstellung veranlasst und er zitierte den entsprechenden Gesetzestext. „Die Vignette wäre in diesem Fall nicht nötig gewesen. Wenn eine niederrangige Straße wegen Gefahr im Verzug gesperrt ist, kann eine hochrangige Umfahrungsstraße automatisch mautfrei genutzt werden.“ Die Behörde müsse dazu nicht erst einen Antrag stellen, damit der Landecker Tunnel mangels Alternativen gratis genutzt werden könne, erläuterte der Verkehrsreferent.

Die Vorgangsweise des Zammer Tankstellenbetreibers Mathias Venier sieht er als „grenzwertig“: „Er stellt unrichtige Behauptungen auf. Andererseits verkauft er Vignetten, anstatt die Urlauber über den mautfreien Tunnel aufzuklären.“ Sehr wohl habe es nicht nur in Landeck, sondern auch in Zams eine Hinweistafel zur Sperre der L76 gegeben. Und zwar beim Straßenbauhof unweit des Autobahnknotens Zams-Ost.

Venier entgegnet: „Von der gesetzlichen Bestimmung zur automatischen Mautbefreiung habe ich noch nie gehört. Davon hat ja keiner etwas gewusst, nicht einmal die Polizei.“ Und in Zams habe er keine Infotafel zur L76-Sperre gesehen. Auf TT-Anfrage bei der Polizei sagte Enrico Gabl von der Verkehrsabteilung: „Es ist so, dass wir keine Vignettenkontrollen mehr machen. Das haben Organe der Asfinag übernommen.“

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Den Vorwurf, die Behörde habe zu wenig über die Straßensperre informiert und würde den Tourismus schädigen, weist der BH-Verkehrsreferent vehement zurück: „Es gab nicht nur Infos auf der A12, S16, in Landeck und Zams sowie bei der Auffahrt Fließ. In den Radioverkehrsmeldungen ist diese Nachricht ebenso gelaufen wie auf den Internetseiten der Autofahrerklubs.“

Im Übrigen sollten, so Geiger, diverse Kritiker auch wissen, „dass vom Heiligen Abend ab 3 Uhr bis Donnerstag, 12 Uhr, zehn Mitarbeiter der Straßenmeistereien mit drei Lkw und zwei Baggern rund um die Uhr im Einsatz waren, um für die Sicherheit auf der L76 zu sorgen. Ihnen war diesmal kein ruhiges Weihnachtsfest vergönnt.“

Venier wiederum sah sich gestern „von mehreren Vermietern aus dem ganzen Bezirk bestätigt, dass mangelnde Information rund um die Straßensperren und zur Tunnelmaut ein grobes Ärgernis für die Urlauber darstellt“.


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