Poetisch aufgeladene Selbsterforschungen

„Wenn wir Philosophie als Nachdenken über etwas verstehen, so könnte man meine Bilder als Nachdenken über sich selbst verstehen." Mit diesem...

"Der Maler in seinem Zelt" (Ausschnitt), 2013.
© Leander Kaiser, Bildrecht Wien

„Wenn wir Philosophie als Nachdenken über etwas verstehen, so könnte man meine Bilder als Nachdenken über sich selbst verstehen." Mit diesem Satz leitet Bernhard Hainz seinen Text in der opulent angelegten Monografie über das Lebenswerk von Leander Kaiser ein. Dem vor 71 Jahren in Innsbruck geborenen Erfinder magischer, philosophisch aufgeladener Bildwelten. Die auf einen ersten Blick zwar realistisch, oft fast spielerisch daherkommen, um bei näherem Hinschauen zu erkennen, dass man hier in irreale, theatralisch inszenierte Bildwelten eintaucht.

Die nun erschienene Monografie ist ein Buch, in dem es viel zu sehen gibt, nicht zuletzt durch das inkludierte Werkverzeichnis. Es gibt aber auch höchst Interessantes, Kaisers Werk wortreich und meist klug Sezierendes zu lesen. Um auf diese Weise zu helfen, in die tiefen Schichten eines Werks einzudringen, indem man etwa versteht, welche ganz Großen hier Pate gestanden sind bzw. was Kaiser zu immer neuen, von Farben und klaren Konstruktionen dominierten Bildfindungen antreibt, die irgendwie aus der Zeit gefallen zu sein scheinen. (schlo)

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