Neuerliches Tauziehen um Polizei in Strass

Nach über zehn Jahren startet die Gemeinde Fügen neuerlich Bestrebungen, die Polizeiinspektion von Strass nach Fügen zu verlegen. Sehr zum Unmut des Strasser Bürgermeisters.

Die Polizeiinspektion in Strass. Geht es nach den Wünschen von BM Dominik Mainusch, soll sie mittelfristig nach Fügen übersiedeln.
© Dähling

Von Angela Dähling

Strass, Fügen –Das Thema ist dasselbe, die Argumente sind die dieselben. Nur die Akteure sind zehn Jahre später andere. Die Rede ist von der Verlegung des Polizeipostens in Strass nach Fügen.

Im Jahr 2008 war es der damalige Fügener Bürgermeister Walter Höllwarth, der mit dem Argument, dass 80 Prozent der Einsätze der in Strass positionierten Polizei in Fügen stattfänden, die Polizei in seine Gemeinde bringen wollte. Gegen diese Umsiedelung nach 50 Jahren wehrte sich die Gemeinde Strass mit BM Klaus Knapp. Letztlich erfolgreich: Obwohl die Fügener den Umzug mit 70.000 Euro unterstützt hätten, erklärte der damalige Landespolizeikommandant Oskar Gallop, dass man in Strass bleibe – aus finanziellen und einsatztaktischen Gründen. Statt eine sechsstellige Summe in Fügen zu investieren, bekamen die Polizisten um weniger Geld in Strass ein zeitgemäßes, neues Quartier.

Nun wiederholt sich die Geschichte – zumindest deren Anfänge. Denn jetzt ist es der Fügener Bürgermeister Dominik Mainusch, der sich mit den gleichen Argumenten („80 % der Einsätze sind in Fügen“) für die Übersiedelung der Polizei von Strass nach Fügen starkmacht.

Die Gemeinde will ein neues Blaulichtzentrum beim oberen südlichen Kreisverkehr unweit der Erlebnistherme schaffen. „Entweder auf dem südostseitigen Areal, das der TVB für die Therme angekauft hat, oder südwestlich. Hier habe ich vor zwei Jahren für die Gemeinde ein Vorkaufsrecht erwirkt“, erklärt Mainusch. In jedem Fall soll die Feuerwehr an einen der beiden Standorte übersiedeln. Sie residiert derzeit neben der Neuen Mittelschule in Fügen. Kein guter Standort bei Einsätzen, meint Mainusch. Zudem soll die Neue Mittelschule 1 und 2 ab dem Schuljahr 2020/21 in drei bis vier Baustufen komplett erneuert werden. Und da brauche man den angrenzenden Grund der Feuerwehr.

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Neben der Feuerwehr möchte Mainusch auch die Polizei im geplanten Blaulichtzentrum zur Miete unterbringen. „Solche Ziele dauern aber Jahre“, ist er sich bewusst und hält die Realisierung in fünf bis sieben Jahren für denkbar. In konkreten Verhandlungen darüber, was es braucht, dass die Polizei kommt, sei man daher noch nicht. „Zuständig sind die Landespolizeidirektion und das Innenministerium. Wir sind in Abstimmungsgesprächen“, sagt Mainusch.

„Er hat weder mit uns noch mit dem Land, dem Bezirkspolizeikommando oder anderen Gemeinden darüber gesprochen“, ist der Strasser Bürgermeister Karl Eberharter mehr als verwundert über die Pläne in Fügen. Und er macht deutlich: „Wir in Strass wollen, dass die Polizei bei uns bleibt.“ Das habe er auch beim Land bereits deponiert.

Bezirkspolizeikommandant Romed Giner sagt, er wisse nur aus der Presse von den Wünschen aus Fügen, das Ganze sei bei ihm derzeit kein Thema. Landespolizeidirektor Helmut Tomac erklärt auf Anfrage: „Die Tiroler Polizei verfügt im Bezirk Schwaz über eine gute Dienststellenstruktur. Und es gibt derzeit kein Bestreben nach Änderung.“


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