Billiger im Unterland: Privileg für Tirolticket erloschen

Nur 180 statt 490 Euro zahlten Wörgler, Kundler, Kirchbichler und Breitenbacher bisher für die Öffi-Jahreskarte. Damit ist nun Schluss.

(Symbolfoto)
© VVT

Von Jasmine Hrdina

Kufstein, Innsbruck –Es war ein reizvolles Angebot, das selbst leidenschaftliche Autofahrer dazu verführte, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusatteln. In den vergangenen zwei Jahren konnten Wörgler, Kirchbichler, Kundler und Breitenbacher alle öffentlichen Verkehrsmittel des Verkehrsverbundes Tirol (VVT) und seiner Partner für nur 180 statt der regulären 490 Euro im Jahr nutzen. Doch damit ist nun Schluss. Seit 1. 1. 2019 ist das Öffi-Privileg erloschen, die Gemeindevertreter konnten sich bei den Neuverhandlungen mit dem VVT nicht mehr durchsetzen. „Andere Gemeinden hatten sich nicht zu Unrecht beschwert. Der bisherige Vertrag wurde daher vom VVT nicht verlängert“, berichtet Kirchbichls BM Herbert Rieder.

Der „Schnäppchenpreis“ fußte auf einem Deal aus dem Jahr 2002. Damals hatten die vier besagten Gemeinden in einem Pilotprojekt erstmals einen Regiobus ins Leben gerufen, der vom VVT betrieben und letztlich tirolweit ausgebaut wurde. Dabei konnten die Gemeindebürger die Öffis in der Region für 70 Euro im Jahr nutzen. Dieser Vertrag spielte den Verhandlern bei der Einführung des Tiroltickets (Jahresticket Land) im Juni 2017 in die Karten. Jeder Besitzer eines Regiotickets konnte dieses für 110 Euro auf ein Tirolticket aufstocken. Diese Abmachung galt auch für die Bürger der Pilotgemeinden, die allerdings nur 70 Euro für die regionale Karte hinlegen mussten und somit mit dem Upgrade ein günstiges landesweites Ticket für nur 180 Euro erstehen konnten.

Die Differenz wurde aus einem Mix von kommunaler Subvention und Vergünstigung seitens des VVT abgegolten. Seit heuer zahlen aber auch die Gemeinden den vollen Tirolticket-Preis von 490 Euro an den Verbund. Diesen für die Bürger zu subventionieren, obliege den Gemeinden immer noch selbst, teilt ein VVT-Sprecher auf Anfrage der TT mit. „Werden gewisse Verkaufszahlen überschritten, übernimmt der VVT die Subventionsbeträge. Somit ist es möglich, eine uneingeschränkte Anzahl vergünstigter Dauerkarten anbieten zu können.“

Davon profitieren in den vier Gemeinden aber künftig nur noch gewisse Personen: So zahlen Senioren ab 63 Jahren 90 Euro pro Jahr für das Tirolticket, Studierende und Menschen mit Behinderung jeweils 170 Euro. Wer nur in der Umgebung seiner Heimatgemeinde unterwegs ist, kann auch weiterhin zum Regioticket greifen. Der Preis für die Jahreskarte ist mit 1. Jänner von 70 auf 90 Euro gestiegen. „Man darf auch nicht übersehen, dass wir das Regio­ticket für 90 Euro anbieten, wo andere Tiroler 380 Euro zahlen“, betont Rieder.

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420.000 Euro nehmen die vier Kommunen für das Öffinetz in die Hand, den Löwenanteil von 38 Prozent stemmt dabei Kirchbichl, Wörgl beteiligt sich mit einem Viertel der Kosten, Kundl zahlt 20, Breitenbach 17 Prozent. Die Aufteilung erfolgt nach der Netzdichte der Verkehrsmittel.


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