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Kandidaten, Kohle, Körperkult: Fünf Fakten zum Dschungelcamp

Die Dschungelkandidaten 2019: (v.h.l.): Peter Orloff, Tommi Piper, Sibylle Rauch, Gisele Oppermann, Doreen Dietel, Chris Töpperwien (v.v.l.): Domenico de Cicco, Leila Lowfire, Bastian Yotta, Felix van Deventer, Evelyn Burdecki, Sandra Kiriasis.
© MG RTL D / Arya Shirazi

Die Pritschen, das Plumpsklo, die Spinnen und die Spinner – alles wieder da. Zum 13. Mal versammelt RTL ab heute Abend ein Dutzend halb-, viertel- oder gar nicht prominente Menschen im australischen Busch. Mit dabei: Eine Erotik-Ikone, ein Ex-Pärchen, die Stimme von Alf – und ein Stillkissen. Was es sonst noch zu wissen gibt.

Von Tamara Stocker

1. DIE KANDIDATEN: „Wer sind diese Menschen?“, fragt sich wohl so mancher mit Blick auf das Personal-Tableau. Andere sind da eher im Bilde, denn auch in diesem Jahr ziehen wieder viele Eigengewächse des Privatfernsehens ins Dschungelcamp, die nur Trash-TV-Experten bekannt sein dürften. Aber mal ehrlich: Letztlich ist es doch egal, wer die Känguruhoden isst.

55 Jahre Altersunterschied gibt es in diesem Jahr – „GZSZ“-Schauspieler Felix van Deventer (22) schlüpft in die Rolle des Camp-Kükens, Tommi Piper (77), einst deutsche Synchronstimme von „Alf“, mimt den Opa. Ansonsten warten professionelle Selbstdarsteller, zumeist geschmückt mit dem obligaten Ex-Präfix, auf ihre Anschlussverwendung und für eigentlich schon in der Versenkung Verschwundene verkommt das Camp zum Recyclinghof. Ausführliche Lebensläufe der zwölf Auserwählten gibt‘s in der Bildergalerie.

2. DIE QUOTEN: Wenn zwölf wahlweise aufstrebende oder verglühende Fernseh-Sternchen campen gehen, schaut ganz Fernseh-Deutschland (und Österreich) zu. Fast zumindest. Man kann der Show ja vieles vorwerfen, aber auch nach 15 Jahren zählt das Format zu den erfolgreichsten im deutschsprachigen Fernsehen. Ein gewisser Abwärts-Trend ist allerdings nicht zu leugnen, mit durchschnittlich 5,62 Mio. Zuschauern war die vergangene Staffel die quotentechnisch schlechteste seit zehn Jahren und die drittschlechteste in der Dschungel-Geschichte überhaupt. Im Jahr 2014 versammelte das Lagerfeuer-Format im Schnitt noch acht Millionen Menschen vor den Bildschirmen – absoluter Bestwert. Bleibt nur noch die Frage: Bringt die 13 dem Dschungelcamp Glück oder Unglück?

Führen gewohnt spitzzüngig durch die Show: Daniel Hartwich und Sonja Zietlow.
© MG RTL D / Stefan Menne

3. DAS LIEBE GELD: Den Kopf in Fischabfälle tauchen, mit Händen durch grüne Ameisen wühlen, sich im Kakerlakenbad suhlen, Tier-Genitalien verspeisen – warum tut man sich das an? Nun ja, wenn diese Stars, die nicht wirklich welche sind, in den Flieger nach Australien steigen, dann fliegt immer auch Hoffnung mit – auf ein bisschen Ruhm; und vor allem viel Geld. Erstmals darf sich der diesjährige „Dschungelkönig“ nicht nur mit Krone und Zepter abspeisen lassen – sondern 100.000 Euro mit nach Hause nehmen.

Zusätzlich zahlt RTL den Teilnehmern recht unterschiedliche Gagen – zwischen 15.000 und 200.000 Euro ist alles möglich. Wie hoch die Summe ausfällt, hängt von zwei Dingen ab: dem Verhandlungsgeschick des Kandidaten bzw. seines Managements – oder dem tatsächlichen Promi-Status. Den höchsten Marktwert soll in diesem Jahr Ex-Pornostar Sibylle Rauch haben – 100.000 Euro lässt sich RTL ihren Einzug offenbar kosten. Ein Schnäppchen dürfte hingegen Ex-Germanys-Next-Topmodel-Heulsuse Gisele Oppermann mit 20.000 Euro gewesen sein. Zieht ein Kandidat freiwillig aus dem Camp aus, gibt‘s übrigens nur die Hälfte.

Bisherige Top-Verdienerin war Hollywood-Schauspielerin Brigitte Nielsen. Für ihre zweite Teilnahme machte RTL mal eben 200.000 Euro locker, vier Jahre zuvor waren bereits 150.000 Euro aufs Konto der Silvester-Stallone-Ex gewandert.

4. NACKTE TATSACHEN: Diese gehören zum Camp wie Reis und Bohnen. Egal ob Micaela Schäfers Borat-Badeanzug, Winfried Glatzeder bei der nächtlichen Intim-Hygiene oder der um Klopapier bettelnde Walter Freiwald in heruntergelassenen Hosen vor dem Toiletten-Häuschen – allesamt Sternstunden in den Dschungel-Memoiren.

Bei diesen drei darf's auch etwas freizügiger sein: Leila Lowfire, Bastian Yotta und Sibylle Rauch.
© MG RTL D / Arya Shirazi

Vorab Hoffnung auf eine Prise Erotik im Camp machte Sex-Podcasterin Leila Lowfire mit dem Versprechen, „schon etwas freizügiger herumzulaufen.“ Auch beim Duschen will sie sich zeigen, wie Gott sie schuf: „Ich denke, es gibt nicht viele Menschen, die mich noch nicht nackt gesehen haben.“ Das Buschfeuer zum Brennen bringen will auch Ex-Pornosternchen und Wahl-Wienerin Sibylle Rauch, die sich ihr Holz vor der Buschhütte extra für das Camp (noch einmal) restaurieren ließ. Bastian Yotta (42) hat nicht nur seinen Nachnamen erfunden, sondern sich selbst zum „Millionär“ und – viel wichtiger – zum „Raketenmann“ ernannt. Bei der Nackedei-Kuppelshow „Adam sucht Eva“ hat er ebenjenes bestes Stück bereits auf den Präsentierteller gelegt – gut möglich also, dass er auch in Down Under blank zieht.

Dies ganz bestimmt nicht tun wird Evelyn Burdecki (30). Die ehemalige „Bachelor“-Teilnehmerin zeichnet unter anderem aus, dass sie es in der Kuppelshow immerhin auf zehn Minuten Sendezeit brachte und dass sie schon mal was mit einem Kumpel von Leonardo DiCaprio hatte. Das reicht nicht nur aus, um im Dschungelcamp einzuziehen, sondern offenbar auch für das Angebot vom Playboy. Doch das komme für sie mit Blick auf ihre Eltern gar nicht in die Tüte: „Die kommen aus Polen und sind sehr konservativ. Und ich selber habe mir auch gedacht: Das kriegt Deutschland nicht von mir, ich zeige nicht meine nackten Brüste.“

Damit bricht Burdecki mit einer Tradition – denn erstmals muss das Herrenmagazin ohne hüllenlose Dschungel-Kandidatin auf seinem Cover auskommen. Mit „Topmodel“-Kandidatin Giuliana Farfalla zierte im Vorjahr übrigens zum ersten Mal ein Transgendermodel das Titelblatt der deutschen Ausgabe.

5. LUXUSARTIKEL: Der Dschungel bedeutet vor allem eines: Verzicht. Auf Essen, Zigaretten und sonstigen Luxus, den man im „echten Leben“ als solchen gar nicht wahrnimmt. Darum werden die Camper vor ihrem Einzug auf Schmuggelware durchsucht – und nicht selten werden die ohnehin mürrischen Ranger fündig. Mit ins Camp dürfen nämlich pro Kandidat nur zwei Luxusartikel.

Neben erwartbaren Utensilien wie Kuscheldecken, Kissen oder Feuchttüchern wandert etwa ein Stillkissen in den Rucksack von „Bachelorette“-Kandidat Domenico de Cicco. In Gepäck der Männer wandern außerdem haufenweise Haargel, Haarfärbemittel und Haarschaum. Mit Hanteln will hingegen Schlagerveteran Peter Orloff zeigen, dass auch ein Mann von 74 noch fit sein kann. Camp-Opi Tommi Piper geht es da mit seinem Gehstock etwas gemütlicher an.

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Die Auftaktfolge von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ strahlt RTL am Freitag, 11. Jänner ab 21.15 Uhr aus. Danach melden sich Sonja Zietlow und Daniel Hartwich wie gewohnt täglich um 22.15 Uhr live aus Australien. Beim Finale am Samstag, 26. Jänner, wählt das Publikum schließlich einen neuen Dschungelkönig bzw. den Nachfolger der letztjährigen Gewinnerin und Katzenberger-Halbschwester Jenny Frankhauser.

W

er zur Dschungelprüfung antreten muss, entscheiden die Zuschauer per Anruf – allerdings nur in der ersten Woche. Ab der zweiten Woche bestimmen sie, wer im Camp bleiben darf und wer nicht.

Alle Infos zu ‚Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!‘ im Special bei RTL.de:

https://go.tt.com/2sgKZyn

Evelyn Burdecki (30) verdankt ihre Bekanntheit in erster Linie ihrer "Bachelor"-Teilnahme. Der damalige Jungeselle schickte sie zwar schon in der ersten Folge nach Hause, doch als TV-Zicke machte sie dennoch eine gewisse Karriere - etwa bei "Promi Big Brother".
Dass auch Domenico de Cicco (35) mit von der Partie ist, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Schließlich war er 2017 nicht nur Teilnehmer bei "Die Bachelorette", in der Sendung "Bachelor in Paradise" kam er just auch mit Mitcamperin Evelyn Burdecki zusammen. Wenig später tobte der Rosenkrieg, der zur öffentlichen Trennung führte. Könnte ein spannendes Wiedersehen werden.
Einen Fußballer sucht man in diesem Jahr im Dschungelcamp vergeblich, dafür zieht es die deutsche Bob-Olympiasiegerin Sandra Kiriasis in wärmere Gefilde. Die siebenfache Weltmeister verfolgt auch im Dschungelcamp ein klares Ziel: Gewinnen. "Ich bin der Spieß und die Mutter der Kompanie", sagte sie vor dem Abflug. Da sprach die frühere Bundeswehr-Soldatin aus ihr.
Eis und Schnee sind nicht ihre Elemente – bei ihr wird es heiß. Das verspricht nicht nur ihr Name, sondern auch ihre Profession: Denn Leila Lowfire ist "Sex-Expertin". Dass sie sich unter der menschlichen Gürtellinie besonders gut auskennt, beweist sie regelmäßig mit einem Podcast. Doch wie sieht es mit Krokodilspenissen oder Buschschweinvaginas aus?
Gisele Oppermann hat hingegen vor allem eine Expertise im Heulen. Das bewies sie mit ihren tränenreichen Aufrtitten in der 3. Staffel von GNTM 2008, in der sie es immerhin auf den 6. Platz brachte. Und bis heute hat sich daran nicht viel geändert. "Ich bin schon ein Sensibelchen", räumt sie ein und schaltet zugleich auf Kampfmodus: "Ich kann auch ordentlich austeilen. Wenn mich jemand angreift, dann lass ich mir das nicht gefallen."
Viel Rauch um nichts? Na, na, na - das würde ihr aber nicht gerecht. Schließlich machte Erotik-Ikone Sibylle Rauch in den 80er- und 90er-Jahren eine ganze Männer-Generation wuschig – mit ihrem Auftritten in den "Eis am Stiel"-Filmen, aber auch in anderen Schmuddelfilmchen. Auch sie schwört: "Ich schaue nicht danach aus, aber ich kann auch austeilen."
Mit Austeilen kennt sich auch Chris Töpperwien aus – mit dem Austeilen von Currywurst. 2012 begleitete ihn die Auswanderer-Soap "Goodbye Deutschland!" beim Versuch, sein Imbiss-Imperium in den USA zu begründen. Er bekennt sich zu seinem Sauberkeitsfimmel: "Wenn jemand neben das Klo scheißt,  bin ich der Erste, der etwas sagt." Wer nicht richtig zielen kann, könnte also schlechte Zeiten mit ihm erleben.
"Gute Zeiten, schlechte Zeiten"-Darsteller Felix van Deventer dürfte davor jedoch nicht bange sein, auch wenn er im wahren leben nach eigenem Bekunden ganz anders ist als sein großmäuliger Seriencharakter Jonas Seefeld. Er ist mit seinen 22 Jahren der Jüngste im diesjährigen Dschungelcamp.
Sitcom-Held "Alf" wäre der wohl prominenteste Dschungelcamper ever. Die Zuschauer müssen sich aber mit der deutschen Synchronstimme zufrieden geben: Tommi Piper (77) ist der älteste Teilnehmer.
Bei seiner Einreise nach Deutschland am Flughafen Frankfurt wurde er wegen Steuerhinterziehung festgenommen, kam kurz danach wieder auf freien Fuß – und jetzt nach Australien. Protzmillionär Bastian Yotta liebt Fitness, Geld und seinen "Raketenmann", den er in der Nackedei-Show "Adam sucht Eva" zur Schau stellte.
Er schrieb Hits wie "Der Junge mit der Mundharmonika": Schlagerveteran Peter Orloff war 30 Mal in der ZDF-Hitparade zu Gast – und bezieht nun eine Pritsche im Dschungel. Seine erfolgreichsten Zeiten hat er hinter sich, jetzt will der 74-Jährige zeigen, "dass man mit 74 Jahren auch noch alles machen kann".
Zehn Jahre lang war sie die "Trixi" in der bayerischen Daily-Soap "Dahoam is Dahoam". Auch im Urwald dürfte sich Doreen Dietel schnell daheim fühlen. Zumindest hat sie keine Angst vor den Essenprüfungen: "Ich habe als Kind beim Schlachten schon Schweineblut getrunken und Hühnerfüße gegessen."

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