Tsitsipas entthronte Titelverteidiger Federer in Melbourne

Im Tiebreak-Krimi zog Roger Federer gegen Stefanos Tsitsipas den Kürzeren. Nach 3:45 Stunden musste er sich 7:6,6:7,5:7,6:7 geschlagen geben.

Als erster Grieche überhaupt zog Stefanos Tsitsipas bei den Australian Open ins Viertelfinale ein.
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Melbourne – Der Titelverteidiger ist entthront, ein Star ist geboren. Stefanos Tsitsipas sorgte am Sonntag im Achtelfinale der Australian Open für die große Sensation: Der 20-jährige Grieche eliminierte Superstar Roger Federer, den 20-fachen Grand-Slam-Sieger, nach 3:45 Stunden mit 6:7(11),7:6(3),7:5,7:6(5). Für den 37-jährigen Schweizer ist der Traum vom 7. Rekordtitel in Melbourne zumindest vorerst zu Ende.

Tsitsipas ist der erste Grieche bei Herren und Damen überhaupt, der das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht hat. Er trifft nun am Dienstag auf den Spanier Roberto Bautista Agut. Der Aufsteiger und Weltranglisten-15. konnte sein Glück nach seinem bisher größten Triumph kaum fassen. „Ich kann es nicht beschreiben Ich bin im Moment der glücklichste Mann auf der Welt“, sagte Tsitsipas im Court-Interview mit US-Legende John McEnroe.

Der 17 Jahre ältere Federer hatte zuvor allerdings auch einige Chancen ausgelassen und nicht sein allerbestes Tennis gezeigt. So vergab der Eidgenosse, der in Melbourne nun den Titel-Hattrick verpasst hat, bei 5:4 im zweiten Satz nicht weniger als vier Satzbälle bei Aufschlag Tsitsipas. Die verpasste 2:0-Satzführung war die entscheidende Wende zugunsten des enorm aggressiv spielenden Griechen, der danach das Tiebreak gewann und mit dem einzigen Break des gesamten Matches zum 7:5 selbst 2:1 in Sätzen in Führung ging.

Roger Federer musste den Traum vom siebten Australian-Open-Titel vorzeitig begraben.
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Im Schluss-Satz stand Federer bei 5:5 im schon dritten Tiebreak des Spiels nach 3:44 Stunden zwei Punkte vom fünften Durchgang entfernt, doch Tsitsipas nutzte dann bei 6:5 gleich seinen ersten Matchball zur Sensation. Federer hat zuvor, ebenfalls sehr ungewöhnlich, von insgesamt zwölf Breakbällen gegen Tsitsipas nicht einen einzigen nutzen können.

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Für Tsitsipas, der von seinem Vater Apostolos gecoacht wird, aber auch in der Akademie von Serena-Williams-Trainer Patrick Mouratoglou trainiert, spielte das keine Rolle. „Ich habe so viel Respekt vor Roger. Seit ich sechs war, habe ich geträumt, hier gegen ihn zu spielen. Und jetzt habe ich sogar gewonnen.“ Mitgefreut haben sich mit Tsitsipas tausende griechische Fans im Melbourne Park und Hundertausende in der Region. Melbourne gilt als drittgrößte „griechische“ Stadt bzw. größte außerhalb Griechenlands. „Ich habe noch nie so eine laute Menge erlebt“, meinte Tsitsipas dazu. (APA)


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