Gemeinwohl in Imst: Geld ist nicht Maß aller Dinge

Imst – Ob ein Unternehmen erfolgreich ist oder nicht, bestimmen üblicherweise die nackten Zahlen der Jahresbilanz. Für einige Unternehmer im...

Thomas Jascha/ISSBA, Unternehmensberaterin Waltraud Dietrich, Martin Sanoll/Bio-Kosmetik und Birgit Lechner/Kinderhort (v. l.) sind von der Gemeinwohlökonomie begeistert.
© Daum

Imst –Ob ein Unternehmen erfolgreich ist oder nicht, bestimmen üblicherweise die nackten Zahlen der Jahresbilanz. Für einige Unternehmer im Bezirk Imst ist der ausschließliche Blick auf Zahlen ein Tunnelblick: Sie haben sich der Gemeinwohlökonomie verschrieben. „Die Wirtschaftsleistung eines Betriebes, in Geld gemessen, sagt nichts darüber aus, ob und wie die Werte Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitentscheidung gelebt werden“, erläuterte Manfred Bachfellner, Koordinator des Vereines zur Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie Tirol. Er machte einen Abstecher in die Räumlichkeiten des Imster Kinderhortes „Mobile“, wo Hausherrin Birgit Lechner ihn und sechs Gleichgesinnte begrüßte.

Sie alle sind überzeugt von dem Grundgedanken einer ethischen Marktwirtschaft, deren Ziel nicht die Vermehrung von Geldkapital ist, sondern „das gute Leben für alle“. Diese setzt die Menschenwürde, die Menschenrechte und die ökologische Verantwortung als Gemeinwohlwerte auch in der Wirtschaft um. Diese ganzheitliche Sicht des Wirtschaftslebens verbreitet sich seit einigen Jahren langsam, aber stetig in der Welt. „Immer mehr Umsatz zu machen, macht mich nicht glücklich“, weiß Bestatter Bernhard Schöpfer. In der Gemeinwohl-Matrix sind die sozialen und ökologischen Werte definiert. Diese gilt es im Hinblick auf Lieferanten, Finanzpartner, Mitarbeiter und Kunden zu prüfen, zu optimieren und das Resultat in einer Gemeinwohlbilanz darzustellen. Bachfellner: „Wir zeigen den Unternehmen, wie diese Bilanz erstellt wird.“ Thomas Jascha von ISSBA weiß, dass „Gemeinwohl-Unternehmen“ in manchen Fällen im Rahmen des Bestbieterprinzips bereits bei Ausschreibungen bevorzugt wurden. Der „harte Kern“ lädt interessierte Betriebe zu einem Infoabend am 20. Feber um 18 Uhr in das Café Rosengartl. (huda)

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