17-Jährigen zu Nacktbildern genötigt: Gefängnisstrafe für 20-Jährigen

Letztes Jahr war ein in Tirol ansässiger Russe nach der Anzeige eines 17-Jährigen verhaftet worden. Er soll den jungen Mann mit erzwungenen Nacktfotos genötigt haben.

Symbolbild.
© TT/Alina Parigger

Ihren Antrittsbesuch in Tirol machte gestern Elisabeth Lovrek, frisch ernannte Präsidentin des Obersten Gerichtshofs (OGH). Die Reise führte die Zivilrichterin direkt ans Oberlandesgericht (OLG), wo sie von Präsident Klaus Schröder, Senatsmitgliedern des OLG und den LG-Präsidenten des Sprengels Innsbruck empfangen wurde. Vor den Anwesenden hob Lovrek insbesondere die Qualität der Rechtsprechung der 214 Richterinnen und Richter in Tirol und Vorarlberg hervor. Anschließend referierte Lovrek mit Vizepräsidentin Eva Marek vor ebendiesen am Landesgericht über aktuelle Entscheidungen des Höchstgerichts.

Letztes Jahr war ein in Tirol ansässiger Russe nach der Anzeige eines 17-Jährigen verhaftet worden – die TT berichtete. Die Ermittlungen gegen den 20-Jährigen ergaben dann mit Suchtgifthandel, Hausfriedensbruch, wiederholten Nötigungen und Körperverletzungen geradezu ein Konvolut von Vorwürfen. Zwei 17-Jährigen erging es dabei mit dem Russen besonders schlimm: So hatte er einen von ihnen genötigt, sich nackt filmen zu lassen und dabei zu sagen, dass er schwul sei. Damit nicht genug, hatte der 20-Jährige den 17-Jährigen auch noch mit der Drohung, er würde dieses Video sonst veröffentlichen, genötigt, nicht zur Polizei zu gehen. Den anderen 17-Jährigen hatte der Angeklagte wiederum zur Herausgabe von Geld und seines Handys und überdies zu Falschaussagen bei der Polizei gezwungen. Nachdem der 20-jährige Russe darauf auch noch gewaltsam in die Wohnung eines seiner Opfer eingedrungen war, wurde er verhaftet. Bis zum Prozess schmorte er in Untersuchungshaft. Am Landesgericht ging es für den Russen nun ans Eingemachte. Staatsanwalt Hansjörg Mayr plädierte schon allein aufgrund der Anzahl von nicht ganz alltäglichen Delikten auf eine spürbare Sanktion. Darauf bestätigten zwei Zeugen direkt im Gerichtssaal ihre belastenden Aussagen. Der zu den Nacktfotos genötigte Bursche konnte aufgrund der Schneesituation nicht anreisen, bestätigte zuvor jedoch seine Angaben. Da der Russe vor dem Gesetz noch als junger Erwachsener gilt, beließ es das Landesgericht bei zwei Jahren Gefängnis – 16 Monate davon bedingt. Von den verbliebenen acht Monaten hat der Russe bereits den Großteil in Untersuchungshaft verbüßt. (fell)

OGH Präsidentin Elisabeth Lovrek mit Stv. Fuchs und OLG-Präsident Klaus Schröder.
© OLG

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