2. Rosa Luxemburg Konferenz findet in Wien statt

Wien (APA) - „Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht“, lautet das Motto der 2. Rosa Luxemburg Konferenz, die Anfang März in Wien s...

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Wien (APA) - „Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht“, lautet das Motto der 2. Rosa Luxemburg Konferenz, die Anfang März in Wien stattfinden wird. Die Konferenz hat sich die Suche nach Alternativen zum Kapitalismus und die Bekämpfung von Hunger, Armut und Krieg, Umweltzerstörung und Ausbeutung zum Ziel gesetzt.

„Es reicht nicht, auf die Straße zu gehen, sondern Alternativen aufzuzeigen“, sagte Michael Wögerer, Koordinator der Rosa Luxemburg Konferenz. „Obwohl wir wissen, dass das kapitalistische System im Schwanken ist, ist es notwendig, aufzustehen“, betonte er bei der Pressekonferenz am Freitag. Die schwarz-blaue Regierung sei auf Sand gebaut, aber es gehe nicht nur um diese Regierungskonstellationen, sondern „um das ganze System“.

Wögerer, der auch Gründer und Mitherausgeber von „Unsere Zeitung - DIE DEMOKRATISCHE“ ist, sieht in Europa auch positive Beispiele: Proteste gegen die neoliberale Politik in Frankreich, gegen neue Arbeitsregelungen in Ungarn, aber auch Donnerstagsdemos in Österreich, die „wir letztes Jahr in der Form nicht erwartet haben.“

Zur Anerkennung des venezolanischen Übergangspräsidenten Juan Guaidó seitens Österreich sagt Wögerer: „Es ist erschreckend, wie einfach es geworden ist, sich selbst auszurufen und als Präsident anerkannt zu werden.“ Man könne über die Fehler unter Maduros Präsidentschaft diskutieren, aber „wir oder Amerika können nicht entscheiden, wer Venezuelas Präsident wird.“ Venezuela wird bei der Rosa Luxemburg Konferenz jedenfalls ein Thema sein, bestätigt der Koordinator. „Wir überlegen auch, den Botschafter Venezuelas (als Sprecher, Anm.) einzuladen.“

Die Rosa Luxemburg Konferenz, die am 1. und 2. März in der Volkshochschule (VHS) Hietzing stattfinden wird, würdigt den 100. Todestag der politischen Aktivistin. Rund 60 Organisationen und Initiativen veranstalten über 30 Workshops, Podiumsdiskussionen, Buchpräsentationen und Konzerte. Es werden etwa 500 Besucher erwartet. Rosa Luxemburg Konferenzen gebe es in Deutschland seit über 25 Jahren. „Wir sind wie eine kleine Schwester der Konferenz in Berlin“, so Wögerer. Das Ziel sei ein längerfristiges Forum.

Die Gefahr, bei so einer Konferenz „unter sich zu bleiben“ sei wie bei anderen Organisationen gegeben. „Wir bieten mit dieser Konferenz aber die Möglichkeit an, aus sich selbst herauszukommen“, so Wögerer. Eine Auswahl an diversen Workshops und die Teilnahme von wenig bekannten Organisationen würden dies ermöglichen. „Wir gehen davon aus, dass wir durchaus neue Menschen erreichen.“

„Wir sind politisch neutral, aber die Gesellschaft anders zu denken gehört zum Angebot der politischen Bildung“, sagt Robert Streibel, Direktor der VHS Hietzing. „Es ist eine Notwendigkeit, diesen Themen Raum zu geben.“

(https://www.rosaluxemburgkonferenz.at/)


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