Menschenmassen in Städten: Degradiert zur Touristen-Kulisse

Die Einwohner beliebter Tagestourismus-Städte klagen über die Menschenmassen in ihren Städten. Im vom Ferientourismus geprägten Tirol ist diese Form des „Overtourism“ laut Experten noch kein großes Thema.

In Venedig, Hallstatt (im Bild) und Salzburg hat man dem durch Tagesgäste verursachten Massentourismus den Kampf angesagt. In Innsbruck sind derartige Maßnahmen (noch) nicht notwendig.
© iStock Editorial

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck –Im Gänsemarsch über die Rialtobrücke, im Schneckentempo durch das dichte Gedränge am Markusplatz. Und obwohl „La Serenissima“ bereits aus allen Nähten zu platzen scheint, entleeren Kreuzfahrtschiffe wie gigantische schwimmende Füllhörner unablässig weitere Menschenmassen in die Lagunenstadt. Wer Dogenpalast, Markusturm oder Gondelanlegeplätze ungestört und ohne fremde Personen im Bild fotografieren möchte, muss im wahrsten Sinne des Wortes früher aufstehen. Nämlich zu einer Uhrzeit, zu der Venedig noch nicht vom Tagestourismus heimgesucht wird. Denn von den jährlich 20 bis 30 Millionen Besuchern verbringt nur ein verschwindend kleiner Bruchteil auch die Nacht auf der rund 55.000 Einwohner zählenden Haupt­insel mit ihrem historischen Stadtkern.

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