Gesundheitspolitik

Pilotprojekt: e-Rezept startet 2020, ab 2022 österreichweit

Die nächste Mobilfunkgeneration 5G verspricht mehr Bandbreite und eine viel kürzere Latenzzeit (Verzögerung zwischen Sender und Empfänger).
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Das e-Rezept kann auch ohne Patientenkontakt (z.B. bei Dauermedikation oder für Heime) ausgestellt werden. Das e-Rezept wird auch in die E-Medikation eingespeist, um Wechselwirkungen mit anderen Arzneien zu erkennen.

Wien – Das Rezept wird digitalisiert: Startend in zwei Pilotregionen in Kärnten im April 2020 sollen Medikamente-Verschreibungen schrittweise bis Mai 2022 österreichweit digitalisiert werden. Hauptverband, Ärztekammer und Apothekerkammer erwarten sich vom e-Rezept mehr Medikamenten-Sicherheit, eine leichtere Verwaltung - und den Abbau eines Papierbergs von derzeit Kilimandscharo- auf Großglockner-Höhe.

Das Elektronische Rezept werde das Leben von Patienten, Ärzten, Apothekern und der Sozialversicherung „enorm erleichtern“, ist Hauptverbands-Vorsitzender Alexander Biach überzeugt. 60 Mio. Rezepte werden jährlich in Österreich ausgestellt, das sei ein Berg so hoch wie der Kilimandscharo (5895 m). Allein durch den Wegfall von Rezeptblöcken werde sich der Hauptverband 2 bis 2,4 Mio. an direkten Kosten sparen. Ärzte und Apotheker bekommen drei Mio. Euro Anschubfinanzierung und Pauschalvergütung für die Wartung, berichtete Biach am Dienstag in einer Pressekonferenz

Das e-Rezept kann auch ohne Patientenkontakt (z.B. bei Dauermedikation oder für Heime) ausgestellt werden. Auf Hausbesuch oder bei Systemausfällen kann weiter händisch verschrieben werden. Das e-Rezept wird auch in die E-Medikation eingespeist, um z.B. Wechselwirkungen mit anderen Arzneien zu erkennen.

Ein großer Vorteil ist laut Apothekerkammer-Vizepräsident Christian Wurstbauer, dass die Rezeptgebührenbefreiung bei Erreichung der Obergrenze einfacher (ohne große Recherchen der Apotheke) und tagesaktuell (jetzt dauert es sechs bis acht Wochen) erfolgen wird. Außerdem werde Missbrauch - z.B. mit gefälschten Rezepten oder Mehrfach-Einlösung - verhindert. Auch Dietmar Bayer von der Ärztekammer begrüßte den weiteren Digitalisierungsschritt, zumal es nach dem Vorbild der e-Medikation eine Anschubfinanzierung von der Sozialversicherung gibt. (APA)