Arbeiterverein trennt sich vom Volkshaus-Saal in Lienz
Die Osttiroler gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft (OSG) plant, den Gebäudeteil zu kaufen.
Von Christoph Blassnig
Lienz –Noch ist nichts unterschrieben, sagen beide Seiten. Doch es dürfte sich nur noch um eine Formalsache handeln, die in den nächsten Wochen auf den Tisch von Manfred Rathausky und Georg Theurl kommt.
Rathausky ist Obmann des Arbeiterheim-Vereins, dem das traditionsreiche Volkshaus mit dem nördlich angrenzenden Veranstaltungssaal in der Beda-Weber-Gasse gehört. Im Volkshaus sind verschiedene Mieter untergebracht. Der große Saal ist seit Jahrzehnten eine beliebte Räumlichkeit. Regelmäßig haben hier Feste, Ausstellungen und Konzerte stattgefunden. Die Ausstattung ist allerdings in die Jahre gekommen und müsste längst erneuert werden. Eine kostendeckende Auslastung ist immer schwieriger geworden. Das dürfte mit ein Grund sein, warum sich der Arbeiterverein nun davon trennen muss.
Die Osttiroler gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft (OSG) hat selbst bisher 150 Objekte im Bezirk errichtet. Weitere 55 stehen derzeit unter ihrer Verwaltung. Früher sind viele Eigentumswohnungen entstanden, heute baut man auf Miet(-kauf-)wohnungen und Reihenhäuser. Erst in seiner Sitzung am Dienstag hat der Gemeinderat neue Projekte der OSG in Lienz genehmigt. Es gebe bei stagnierenden Bevölkerungszahlen eine rege Bautätigkeit, merkte Bürgermeisterin Elisabeth Blanik einmal mehr kritisch an. „Derzeit werden im Stadtgebiet verbliebene Lücken verbaut“, sagte Blanik.
Der OSG stehen die beiden Geschäftsführer Georg Theurl und Wolfgang Wilhelmer vor. Auch Theurl wollte zum bevorstehenden Kauf des hinteren Gebäudeteils des Volkshauses noch keine Auskunft geben. „Dafür ist es zu früh. Erst wenn Verträge unterschrieben sind, spreche ich über unsere Vorhaben.“
Geplant sein soll eine Aufstockung bis zur Höhe des Volkshauses. Welchen Nutzen das neue Objekt haben könnte, wollte der OSG-Geschäftsführer Theurl ebenfalls noch nicht verraten.
Lienz verliert mit dem großen Saal des Volkshauses einen Veranstaltungsraum in einer ähnlichen Größe wie jener des Kolpingsaals. Mit dem ebenfalls seit Jahrzehnten sanierungsbedürftigen Stadtsaal verbleiben dann nur noch zwei solche Einrichtungen in der Stadt.
Kommentare