In den Miemingern unterwegs

Das Lehnberghaus in der Mieminger Kette wird von Rodlern, Skitourengehern und Schneeschuhwanderern angesteuert. Die Rodelbahn war zuletzt noch in Top-Zustand.

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Das Lehnberghaus liegt auf einem traumhaften Platzerl.
© Rapp

Von Irene Rapp

Obsteig –Einige Jahre war man jetzt schon nicht mehr auf der Wankspitze – jenem beliebten Skitourenberg in der Mieminger Kette, der sich über dem Lehnberghaus in die Höhe erhebt. Einiges hat sich in der Zwischenzeit verändert, doch dazu später.

Der Hauptgrund für die Beliebtheit dieses Berges: Relativ lawinensicher ist die 2209 Meter hohe „Wank“, dazu für Anfänger ideal – da einem nie wirklich steiles Gelände alles abverlangt. Zudem ist die Aussicht von oben phänomenal. Wir allerdings waren am vergangenen Sonntag rodeln, denn die Wanderung zum Lehnberghaus lässt sich auch mit einer anschließenden Rodelfahrt verbinden. Wer die Gegend rund um die Unterkunft auf 1553 Metern ausgiebig genießen will, kann dort übrigens auch übernachten.

Wer noch ein wenig weiter hinaufgeht, kann von einer Aussichtsplattform aus auf das Inntal blicken.
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So kommt man hin: In Obsteig auf der Bundesstraße bis zur Abzweigung zum Gasthaus Arzkasten. Kurz durch den Wald, dann zu einem großen gebührenpflichtigen Parkplatz direkt an der Langlaufloipe (Zahlung mit Bankomatkarte möglich). Am Gasthaus Arzkasten vorbei, und dass hier zahlreiche Skitourengeher unterwegs sind, zeigt u. a eine davor platzierte LVS-Station, welche eingeschaltete Lawinenverschüttetensuchgeräte anzeigt.

Kurz weiter in den Wald hinein, dann teilen sich die Wege: Rechts geht es auf einer Forststraße zum Lehnberghaus, links durch den Wald kommt man auf einem mitunter steilen Steig zur Marienbergalm. Diese liegt ein wenig höher als das Lehnberghaus, nämlich auf rund 1620 Metern, und hat noch „bis 31. März geöffnet“, wie Pächter Christian Soraperra erzählt, Ruhetag gibt es keinen.

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Den Track für die Tour finden Sie HIER.

Wir allerdings steuern das Lehnberghaus an, das seit zwei Jahren von Silvio Schütz und Melanie Santeler aus St. Leonhard im Pitztal bewirtschaftet wird. Auf dem breiten Forstweg geht es am Anfang recht gemütlich dahin, erst im zweiten Abschnitt wird es steiler. Insgesamt müssen rund 400 Höhenmeter und drei Kilometer bewältigt werden, das ist auch mit größeren Kindern gut machbar.

Scharfe Kurven gibt es kaum zu bewältigen, was den Fahrspaß auch für weniger geübte Rodler erhöht. Dass es bei der Abfahrt mitunter schnell werden kann, zeigt allerdings u. a. ein im oberen Streckenabschnitt angebrachtes Schild an einem Baum: „Langsam“ „Slow“ – mehr muss dazu nicht gesagt werden.

Blick hinaus ins Gurgltal.
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Am vergangenen Sonntag war der Aufstieg fast schon ein wenig frühlingshaft: die Temperaturen ungewohnt hoch, das viele Vogelgezwitschere deutete schon auf die nahende Balzzeit hin. Der Großteil der Rodelbahn führt durch den Wald und ist zudem lange schattig, was in den vergangenen milden Tagen wohl ein Segen war. Langsam öffnen sich dann auch die Blicke – hinaus ins Gurgltal Richtung Imst und hinein zu den vielen Spitzen der Mieminger Kette.

Das Lehnberghaus selbst steht auf einem traumhaften Platzl, das Essen genossen wir auf der Sonnenterrasse. Silvio Schütz ist gelernter Koch, ihm ist die Verarbeitung regionaler Lebensmittel wichtig – „und dass alles passt“, wie er erzählt.

Seit rund zwei Jahren bewirtschaftet er das Lehnberghaus mit Lebensgefährtin Melanie Santeler, inzwischen gibt es auch Nachwuchs – eine sieben Monate alte Tochter. Neu ist, dass die beiden eine Übernachtung auf dem Lehnberghaus anbieten: „Rund 20 Leute haben im Lager und in kleinen Zimmern Platz“, erzählt der Pitztaler.

Schnee gibt es hier jedenfalls genug, „rund eineinhalb Meter sind es sicher“, erzählt Schütz. Als Rodler ist bei der Einkehr meistens Schluss, außer man hat die Schneeschuhe im Rucksack. Wer nämlich rechts beim Lehnberghaus hinauf Richtung Lacke wandert – Wegweiser vorhanden – kommt nämlich zu einer Attraktion, die es ebenfalls noch nicht lange gibt. 2013 wurde hier eine drei Meter breite und vier Meter lange Plattform errichtet, die tolle Ausblicke bietet – auf das Mieminger Plateau und das Inntal. Schön ist dieses Platzerl auch, wenn sich im Tal hartnäckiger Hochnebel hält, man auf dem Weg hier herauf diese „Decke“ durchstößt und man sich wie in einer anderen Welt vorkommt.

Zurück zum Rodeln: Im Lehnberghaus kann man sich einen fahrbaren Untersatz ausleihen, zum Preis von 5 Euro. Präpariert wird die Rodelbahn übrigens von Schütz, am vergangenen Sonntag war sie in Top-Zustand – wenn auch an einigen wenigen Stellen von der Sonne gezeichnet. Das Lehnberghaus soll übrigens noch bis 24. März geöffnet sein (Dienstag Ruhetag). Bahnberichte kann man auf der Homepage www.winterrodeln.org nachlesen.

Wer am Ende der Rodelpartie dann schon wieder hungrig ist: Auch im Gasthaus Arzkasten (Montag und Dienstag Ruhetag) lässt es sich wunderbar einkehren. Bei so vielen Möglichkeiten ist es kein Wunder, dass der Parkplatz immer gut belegt ist und man mitunter Extrarunden drehen muss, um einen freien Platz zu ergattern. Früh aufstehen kann also nicht schaden.


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