Heer legt IRIS-Pläne vorerst auf Eis

Die Rüstungskontrollbehörde bleibt in Wien. Verteidigungsminister Kunasek gibt den Startschuss für die Reform der Zentralstelle.

Ex-Minister Mario Kunasek.
© APA/Pfarrhofer

Von Serdar Sahin

Wien –Die Rüstungskontrollstelle IRIS bleibt vorerst in Wien. Wie berichtet, war geplant, die Dienststelle nach Salzburg zu verlegen. Die elf Mitarbeiter lehnten es jedoch ab, umzuziehen. Nun scheinen sie sich durchgesetzt zu haben. Das Heeresministerium hat der TT bestätigt, dass die Umzugspläne auf Eis gelegt worden sind.

Zur Orientierung: Im Rahmen der von FPÖ-Verteidigungsminister Mario Kunasek eingeleiteten Heeresreform soll das Kommando Luftstreitkräfte in Salzburg aufgelöst und in das neue Kommando Streitkräfte in Graz eingegliedert werden. Um dem Standort Salzburg innerhalb des Bundesheeres die Bedeutung zu erhalten, war laut TT-Informationen unter anderem vorgesehen, die IRIS von Wien nach Salzburg zu verlegen – und zu einem größeren Zentrum für militärische Sicherheitskooperation, Verifikation und Rüstungskontrolle auszubauen.

Wie es nun in der Sache weitergeht, ist offen. Aus dem Heeresressort heißt es, dass dies im Zuge der Reform der Zentralstelle – das ist im Wesentlichen das Ministerium – beurteilt werde. Mit einer Ministerweisung an Generalsekretär Wolfgang Baumann hat Kunasek gestern den „Startschuss“ dafür gegeben. „Die Verschlankung der Zentralstelle und optimierte Abläufe bedeuten eine Stärkung der Truppe. Durch die Strukturanpassung wird es in Zukunft auch weniger Generäle geben“, sagt Kunasek.

„Durch die Nichtnachbesetzung von bestimmten Arbeitsplätzen soll eine deutliche personelle Verschlankung des Verwaltungsapparats in der Zentralstelle bis zum Jahr 2022 erreicht werden. Alle Überleitungsmaßnahmen werden unter Berücksichtigung der anstehenden Pensionierungen und sozial verträglicher Maßnahmen (kein Personal über Stand) gesetzt“, teilt das Heeresministerium mit.

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Fortan könnten Entscheidungen rascher umgesetzt werden, „da weniger Kommanden damit beteilt werden“. Operative Einsatzaufgaben werden durch die beiden zukünftigen Kommanden der oberen Führung („Streitkräftekommando“ und „Streitkräftebasis“) wahrgenommen (statt bisher vier), so das Ressort. Auch sollen sämtliche Tätigkeitsbereiche innerhalb der Zentralstelle auf ihre Aktualität und Notwendigkeit hin überprüft werden. Ziel sei es, Doppelgleisigkeiten zu erkennen – und abzubauen.


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