„Wirtschaftsmotor“ Stadt mit Aufholbedarf bei Frauenquote

Rund 600 Millionen Euro setzten jene 28 Gesellschaften um, an denen die Stadt Innsbruck beteiligt ist. Die Ergebnisse weisen einen Rekord aus.

Das Haus der Musik (errichtet von der IIG) ist eines jener Projekte, die zuletzt wegen der Kosten für Diskussionen gesorgt haben.
© Thomas Boehm / TT

Von Marco Witting

Innsbruck –Beteiligungsbericht. Klingt sperrig und ist es wohl auch. Schließlich sind darin 28 Gesellschaften zusammengefasst, an denen die Stadt Innsbruck beteiligt ist. Das reicht von der Patscherkofelbahn zu 100 Prozent bis zu einem 0,075-prozentigen Anteil an der Felbertauernstraßen AG. Eben jener Beteiligungsbericht gibt Aufschluss über den Abschluss dieser Tochtergesellschaften. Allerdings mit naturgegebener Verspätung. So präsentierte die versammelte Stadtregierung gestern jenen für das Geschäftsjahr 2017.

Finanzdirektor Armin Tschurtschenthaler konnte dabei einige rekordverdächtige Zahlen vorlegen. In Summe haben die Beteiligungsunternehmen demnach Umsätze in Höhe von knapp 600 Millionen Euro erwirtschaftet – eine Steigerung von 3,8 Prozent. Auch das Anlagevermögen wuchs um drei Millionen Euro. „Besonders erfreulich ist die Summe der Jahresergebnisse. Mit einem Plus von 22 Millionen erreichten diese einen Rekordwert“, sagte Bürgermeister Georg Willi. Auch die zuletzt viel kritisierten Schulden der Stadt wurden in der Tischvorlage für die Presse thematisiert. Die Pro-Kopf-Verschuldung Innsbrucks betrug 2017 demnach 603 Euro. Dem gegenüber stand ein Pro-Kopf-Nettovermögen (nur bei den städtischen Beteiligungen gerechnet) von 11.231 Euro. Wie erwähnt – diese Zahlen sind aus 2017. Mit Ende 2019 rechnet man mit einem Pro-Kopf-Schuldenstand von 1050 Euro bei der Stadt.

„Innsbruck hat keine Schulden ausgelagert. Wir haben auch bei der Stadtbibliothek einen Weg gewählt, um die Kosten im laufenden Budget sichtbar zu machen“, sagte Vize-BM Christine Oppitz-Plörer (FI). Und, das sagte Amtskollege Franz Gruber (VP), „wir haben nicht privatisiert, sondern in die Betriebe, die zur Absicherung der Lebensqualität dienen, investiert“. Darunter fällt auch etwa das Haus der Musik. Auch wenn hier die Endabrechnung noch nicht vorliegt, geht man mittlerweile von Gesamtkosten von rund 62,7 Millionen Euro aus.

Rund 95 Prozent der Darlehensverbindlichkeiten der städtischen Töchter finden sich im Bereich des Immobilien- und Wohnungswesens wieder. Hier etwa zur Hälfte in Form von Wohnbauförderungs-Darlehen. Auch die Entwicklung des Nettovermögens (im Prinzip so etwas wie das Eigenkapital; die Summe der Vermögenswerte abzüglich des Fremdkapitals unter Berücksichtigung der Höhe der Beteiligung) weist eine Steigerung auf und liegt bei 1,37 Milliarden Euro. Dabei liegt die Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG) klar vor den Innsbrucker Kommunalbetrieben (IKB). BM Will­i sagte: „Dass Politik keine Jobs schafft, ist nachweisbar falsch. Durch politische Entscheidungen in der Stadt haben 3721 Menschen eine Arbeit in dieser Stadt.“

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StR Elisabeth Mayr (SP) sieht „Handlungs- und Aufholbedarf“, was die Frauenquote betrifft. Ganz besonders, wenn es darum geht, Frauen in die Aufsichtsräte zu bringen. „In den 28 Gesellschaften, an denen die Stadt beteiligt ist, gibt es eine Geschäftsführerin. Hier müssen wir weiter ansetzen.“

In den Aufsichtsräten sind aktuell 32 Prozent der Mitglieder weiblich. In den Beteiligungsunternehmen sind es knapp 44 Prozent. Wobei es hier ein sehr deutliches Ungleichgewicht gibt. Bei den Innsbrucker Sozialen Diensten (ISD) sind über 70 Prozent Frauen angestellt. Bei den anderen großen Unternehmen wie IVB und IKB sind es deutlich weniger.


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