Tempo ist gefragt: Energiewende in Österreich läuft zu träge

„Wir müssen endlich entscheidend in die erneuerbare Energie einsteigen“, sagt Peter Püspök, Präsident des Dachverbands Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ).

Die Regierung wird ein neues Biomasse-Gesetz vorlegen.
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Wien –Nimmt die Politik die Energiewende ernst, muss sie aufs Tempo drücken. „Wir müssen endlich entscheidend in die erneuerbare Energie einsteigen“, sagt Peter Püspök, Präsident des Dachverbands Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ). 2019 sei ein „energiepolitisches Entscheidungsjahr“ vergleichbar mit 1978, in dem die Nutzung der Atomkraft durch die Wähler abgelehnt wurde. Die Bundesregierung muss noch heuer einen Nationalen Energie- und Klimaplan erstellen (bisher liegt ein Entwurf vor), der Nationalrat soll das Erneuerbaren Ausbau Gesetz beschließen, außerdem wird es einen Beschluss zu einer Wärmestrategie geben.

Der Dachverband zur Förderung nachhaltiger Energie, der sich selbst als unpolitisch sieht (Püspök: „Bei uns spielt Politik überhaupt keine Rolle“), möchte dabei unterstützend mitwirken. So hat der EEÖ mit Expertinnen und Experten einen Energie- und Klimaplan für die Jahre 2021 bis 2030 erstellt. In dem 71-Seiten-Papier fordert die Erneuerbaren-Branche einen „nationalen Schulterschluss“ für saubere Energie sowie klare Ziele und Pläne für das Zurückdrängen von fossilen Energieträgern. Weiters verlangt der EEÖ „technologiespezifische Unterstützungsmaßnahmen“, Ausschreibungen abseits großer Photovoltaikanlagen werden jedoch abgelehnt. Das Heizen soll generell grüner werden, der EEÖ fordert eine massive Erhöhung der Sanierungsrate von Gebäuden und eine Sicherstellung der erneuerbaren Wärmeversorgung. Ebenfalls auf der Forderungsliste steht eine ökosoziale Steuerreform.

Sollte die Regierung auf den Dachverband hören, könnten bis 2030 fast zwei Drittel des österreichischen Energieverbrauchs mit heimischen erneuerbaren Energien gedeckt werden, rechnet der EEÖ vor. 2017 lag der Anteil bei 32,6 Prozent. Das aktuelle Ziel von 45 bis 50 Prozent Anteil von erneuerbarer Energie bis 2030 reiche jedenfalls nicht. (ritz)


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