Deutsche Volks- und Raiffeisenbanken trotzen den Niedrigzinsen

Frankfurt (APA/Reuters) - Die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken haben trotz der Niedrigzinsen ihr Ergebnis 2018 leicht gesteigert. Sie z...

Frankfurt (APA/Reuters) - Die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken haben trotz der Niedrigzinsen ihr Ergebnis 2018 leicht gesteigert. Sie zeigen sich auch für 2019 zuversichtlich.

„Sofern es keinen Konjunktureinbruch gibt, werden wir im Mittelstandsgeschäft ein deutliches Plus haben“, sagte Ralf Barkey, Vorstandschef des Genossenschaftsverbands, der etwa 2.800 Genossenschaften - darunter etwa 400 Kreditgenossenschaften - in allen Bundesländern mit Ausnahme von Bayern und Baden-Württemberg vertritt. „Insgesamt rechnen wir 2019 mit einem stabilen Ergebnis.“ Auch die Kundeneinlagen würden weiter wachsen.

Im vergangenen Jahr steigerten die 381 Volks- und Raiffeisenbanken im Verbandsgebiet das Betriebsergebnis vor Bewertung um 1,8 Prozent auf 4,09 Mrd. Euro. „Unter dem Strich haben die Banken bisher durchaus erfolgreich dem Druck auf die Erträge durch die niedrigen Zinsen und den steigenden Kosten durch die Regulierungswelle die Stirn geboten“, sagte Barkey. Dank einer um sechs Prozent ausgeweiteten Kreditvergabe konnten die Institute den Zinsüberschuss mit 8,78 Mrd. Euro stabil halten, der Provisionsüberschuss legte um knapp fünf Prozent zu.

Seit Jahren sinkt die Zahl der Volks- und Raiffeisenbanken, allein im vergangenen Jahr kam es im Verbandsgebiet zu 18 Fusionen. „Nach bisherigen Erkenntnissen wird das Fusionstempo 2019 etwas geringer ausfallen“, sagte Barkey.

Dagegen sprach Barkey sich deutlich gegen Fusionen von Großbanken wie der Deutschen Bank und der Commerzbank aus. „Es wundert mich, dass in letzter Zeit immer wieder von Industriepolitik für den deutschen Bankenmarkt gesprochen wird. Schon jetzt haben wir eine gute Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Finanzdienstleistungen“, sagte er. „Ein gesunder deutscher und europäischer Bankenmarkt braucht ein Signal gegen ‚too big to fail‘.“ Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat mehrfach die Bedeutung einer starken deutschen Großbank betont und kritisiert, dass es hierzulande in den vergangenen Jahren keine Industriepolitik in der Finanzbranche gegeben habe.


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