Prozess wegen Kärntner Volksfest-Prügelei neuerlich vertagt

Klagenfurt (APA) - Der Prozess wegen der Prügelei am St. Veiter Wiesenmarkt im September 2018 ist am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt ne...

Klagenfurt (APA) - Der Prozess wegen der Prügelei am St. Veiter Wiesenmarkt im September 2018 ist am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt neuerlich vertagt worden. Ein medizinisches Gutachten soll klären, ob der Angeklagte aufgrund einer Verletzung in der Lage gewesen ist, jemandem schwere Tritte zu versetzen. Außerdem wurden die Opfer mittels Videokonferenz befragt.

Am Eröffnungstag des St. Veiter Wiesenmarktes im September 2018 sollen zwei Kärntner - 22 und 27 Jahre alt sowie einschlägig vorbestraft - einen 72-jähriger Deutschen und dessen Schwiegersohn verprügelt haben. Auch zu Fußtritten gegen die Opfer sei es gekommen. Der Ältere erlitt schwere Verletzungen, unter anderem einen Nasenbeinbruch, und musste operiert werden. Sein Schwiegersohn kam mit leichten Verletzungen davon.

Die beiden Kärntner sind wegen absichtlich schwerer Körperverletzung angeklagt. Während sich der 22-Jährige schuldig bekannte, erklärte der 27-Jährige, sich gegen den Schwiegersohn nur mit Faustschlägen gewehrt zu haben. Getreten habe er niemanden. Dazu sei er aufgrund seiner Krankengeschichte gar nicht in der Lage gewesen. Er hätte dem Opfer auf diese Weise keine schweren Verletzungen zufügen können, sagte sein Verteidiger und verlangte zum Beweis dafür ein medizinisches Gutachten. Diesem Antrag gab der Schöffensenat unter Vorsitz von Richterin Sabine Roßmann statt.

Zuvor wurden die beiden Opfer mittels Videokonferenz befragt. Sie widersprachen den beiden Angeklagten. Sie identifizierten nämlich den 27-Jährigen als Hauptangreifer und auch als jenen, der - das war der Anlass für den Streit - gegen die Hausmauer gepinkelt hatte, während jedoch der 22-Jährige wie schon in seiner ersten Einvernahme dabei blieb, er habe gepinkelt und er hätte dem 72-Jährigen den ersten Schlag versetzt, bei dem wohl das Nasenbein gebrochen sei.

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Die beiden Deutschen erzählten, sie haben auf der Suche nach einem Taxi das Marktgelände verlassen, als sie die beiden Angeklagten sahen. Zumindest einer habe gegen die Hauswand uriniert. Als sich der 72-Jährige beschwerte, sei die Situation eskaliert „Der mit der Lederhose (der 27-Jährige, Anm.) hat sich umgedreht und meinen Schwiegervater angepinkelt“, sagte der Zeuge.

Der 72-Jährige erklärte, er habe einen Faustschlag erhalten und sei sofort zu Boden gegangen. Als er aufstehen wollte, habe er den nächsten Stoß bekommen. „Und dann haben sie mich getreten, aber ordentlich“, sagte er. Er konnte den oder die Angreifer nicht erkennen. Er habe sich mit den Händen geschützt und schließlich das Bewusstsein verloren, das er erst nach Eintreffen der Rettung wiedererlangte, schilderte er.

Das zweite Geschädigte erzählte, er habe seinem Schwiegervater helfen wollen, aber sofort einen Stoß von hinten bekommen und Schläge und Tritte gespürt. „Von dem mit dem T-Shirt, das kann nur der Jüngere gewesen sein.“ Und dann sei auch noch der 27-Jährige dazugekommen und habe auf ihn eingeprügelt. Laut Aussage eines Polizeibeamten sei bei beiden Angeklagten bei der Festnahme Stunden später eine klare Alkoholisierung feststellbar gewesen.

Die Hauptverhandlung wird nach Vorliegen des beantragten medizinischen Gutachtens fortgesetzt.


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