Bauern und Versicherungsmakler warnen nach Kuh-Urteil

Mahnende Worte kommen nach dem aufsehenerregenden erstinstanzlichen Kuh-Urteil in Tirol von der Vereinigung der Österreichischen Berg- und Kleinbauern (ÖBV) und dem Bundesfachverband der Versicherungsmakler in der Wirtschaftskammer..

180.000 Euro und eine Rente von 1550 Euro muss ein Stubaier Bauer nach einem tödlichen Kuhangriff laut einem nicht rechtskräftigen Urteil zahlen.
© Thomas Boehm / TT

Wien, Innsbruck –Mahnende Worte kommen nach dem aufsehenerregenden erstinstanzlichen Kuh-Urteil in Tirol von der Vereinigung der Österreichischen Berg- und Kleinbauern (ÖBV) und dem Bundesfachverband der Versicherungsmakler in der Wirtschaftskammer. Letzterer nannte die Gerichtsentscheidung „überzogen“ und warnte, dass Juristen keine „amerikanischen Zustände“ zulassen sollen.

Der betroffene Bauer sei versichert und ein möglicher Schaden­ersatz voraussichtlich gedeckt, sollte das Urteil in nächster Instanz halten, sagt Christoph Berghammer, Fachverbandsobmann der österreichischen Versicherungsmakler. „Überzogene Judikaturen“ führten aber mittelfristig zu steigenden Versicherungsprämien – für alle. Eine Haftpflichtversicherung, wie sie land- oder forstwirtschaftliche Betriebe üblicherweise abschließen, soll Ansprüche in Folge von Personen-, Sach- oder Vermögensschäden abwehren, Gerichtskosten decken und bis zu einer bestimmten Versicherungssumme Schadenersatz abdecken. Im Allgemeinen ist die Versicherungssumme auf 1,5 Millionen Euro ausgelegt. Es komme auch darauf an, ob die für den entsprechenden Fall „richtige Versicherung“ abgeschlossen wurde.

Johann Kriechbaum, Obmann der Vereinigung der Österreichischen Berg- und Kleinbauern, begrüßt klare gesetzliche Regelungen: „Sie müssen aber mit der Realität der Almwirtschaft übereinstimmen. Mehr Zäune wären mit einem enormen Aufwand verbunden. Unfälle mit Tieren können nicht restlos ausgeschlossen werden, das Risiko darf nicht einseitig bei den Bauern und Bäuerinnen liegen. Auch über Hunde auf der Alm muss diskutiert werden.“

Am Mittwoch wurden von Land Tirol und Landwirtschaftskammer ein umfassender Versicherungsschutz sowie gesetzliche Nachschärfungen auf Bundes- und Landesebene beschlossen. Applaus dafür kommt vom Tiroler FPÖ-Obmann Markus Abwerzger, der die Ergebnisse als „wesentlichen ersten Schritt“ bezeichnete. (TT, APA)


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