Wieder „Gelbwesten“-Proteste in Frankreich

Paris (APA/dpa/AFP) - Tausende Menschen haben in Frankreich am 16. Wochenende hintereinander an „Gelbwesten“-Protesten teilgenommen. In Pari...

Paris (APA/dpa/AFP) - Tausende Menschen haben in Frankreich am 16. Wochenende hintereinander an „Gelbwesten“-Protesten teilgenommen. In Paris starteten am Samstag mehrere Hundert Teilnehmer vom Triumphbogen aus zu einem zwölf Kilometer langen Marsch durch die Hauptstadt, wie der Sender Franceinfo meldete. Demonstrationen gab es nach Berichten des Senders BFMTV auch in anderen Städten wie Nantes und Bordeaux.

In mehreren Städten sei es zu kleineren Zusammenstößen mit der Polizei gekommen, hieß es. Offiziellen Schätzungen zufolge beteiligten sich bis zum Nachmittag landesweit etwa 5600 Menschen an den Protesten, wie Franceinfo weiter berichtete. Eine Woche zuvor seien es zur selben Tageszeit rund 11.600 Teilnehmer gewesen. An früheren Wochenenden waren jeweils am Abend höhere Teilnehmerzahlen genannt worden.

Die Bewegung hatte im November mit Protesten gegen geplante Benzinpreiserhöhungen begonnen, richtet sich inzwischen aber allgemein gegen die Reformpolitik der Mitte-Regierung von Präsident Emmanuel Macron. Damals lagen die Schätzungen zum Teil bei fast 250.000 Teilnehmern.

Ihren Namen hat die Bewegung von den gelben Warnwesten, die die Demonstranten tragen. Bei den Protesten war es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften gekommen.

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Der März gilt als Schlüsselmonat für die Bewegung. Die „Gelbwesten“ setzen ihre Hoffnung insbesondere auf den 16. März. Am Tag zuvor endet die von Präsident Macron als Reaktion auf die Proteste eingeleitete „große Debatte“ in Frankreich. Im Zuge des zweimonatigen Bürgerdialogs gab es landesweit 10.000 Treffen und mehr als eine Million Beiträge im Internet.

Die „Gelbwesten“ bezeichnen die Regierungsaktion als „Maskerade“ und „Kommunikationskampagne“. Deswegen werde der 16. März „sehr groß“ werden, sagte der 55-jährige Demonstrant Raymond am Samstag.

In jüngster Zeit war der Rückhalt, den die „Gelbwesten“ in der Bevölkerung haben, deutlich geschwunden. Das Ansehen der Protestbewegung hat durch gewalttätige Ausschreitunge und antisemitische Vorfälle Schaden genommen. Einer am Montag veröffentlichten Umfrage zufolge sind die Beliebtheitswerte von Präsident Macron erstmals seit Beginn der Protestbewegung wieder gestiegen. 32 Prozent der Franzosen bezeichneten Macron in der Erhebung des Instituts Odaxa als guten Präsidenten, während es im Dezember nur 27 Prozent gewesen waren. 55 Prozent der Befragten sprachen sich für ein Ende der Protestbewegung aus.


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