Nordische WM: Eugens Kombinierer-Truppe schlug viermal zu

Seefeld (APA) - Mit vier Medaillen in vier Bewerben haben die ÖSV-Kombinierer die Erwartungen bei der Heim-WM übertroffen. Das Team von Chef...

Seefeld (APA) - Mit vier Medaillen in vier Bewerben haben die ÖSV-Kombinierer die Erwartungen bei der Heim-WM übertroffen. Das Team von Cheftrainer Christoph Eugen aus beständigen Routiniers und hungrigen Jungen entpuppte sich als idealer Mix, der für den ersten Medaillen-Viererpack bei Weltmeisterschaften für Österreich sorgte.

„Das ist ganz wichtig, dass dem Team immer wieder neues Leben eingehaucht wird und den Alten ein bisschen in den Arsch getreten wird, das gehört dazu“, meinte der bereits seit 2012 amtierende Eugen über das ständige Fordern der Arrivierten. Der 25-jährige WM-Debütant Franz-Josef Rehrl, der dreimal Bronze holte, steht für die neue Generation, die Eugen mit seinen Co-Trainern Christoph Bieler und Jochen Strobl in den vergangenen Jahren an die Weltspitze geführt hat.

Team-Oldie Bernhard Gruber hielt mit Silber und zweimal Bronze die Fahnen der Routiniers hoch. Der 36-Jährige bewies nach gerade noch geschaffter Qualifikation ein weiteres Mal, dass bei Großereignissen immer mit ihm zu rechnen ist. Deshalb will der 36-Jährige auch noch nichts vom Karrierenende wissen. „Dass ich so gute Leistungen bei der WM gezeigt habe, das motiviert mich für die Zukunft zusätzlich“ meinte Gruber. Die vier Medaillen für das Team würden zeigen, dass sich alle gut vorbereitet hätten. „Bei der WM hat das Früchte getragen, wir haben genau zum richtigen Zeitpunkt zugeschlagen.“

Neben Gruber sei auch Lukas Klapfer (33) noch im besten Alter, betonte Eugen, und hinter Rehrl und Mario Seidl verfüge man mit Martin Fritz und WM-Ersatzmann Lukas Greiderer, Philipp Orter, Paul Gerstgraser und Nachwuchsmann Johannes Lamparter auch noch über viel Entwicklungspotenzial. „Wir haben schon einen guten Nachwuchs. Man darf es aber auch nicht verschlafen. Die Topleute wie FJ oder Mario haben auch ein paar Jahre gebraucht, bis es sich auf höchstem Niveau festigt, da muss man schon hart weiterarbeiten.“

Dass der Druck der Heim-WM seinem Teams nichts anhaben konnte, sei besonders erfreulich. „Die Burschen waren sehr fokussiert und konzentriert bis zum Schluss. Dem Druck standzuhalten ist nicht einfach, gerade für die Jungen, die das erste Mal dabei waren.“

Der damit angesprochene Rehrl hat für die restliche Saison „noch einen guten Plan“. Für ihn gehe es im Gesamtweltcup noch um Platz zwei und das wäre ein Ziel, so der Ramsauer. Von starken Leistungen und Eindrücken der Heim-WM werde er jedenfalls noch lange zehren. „Das ist eines der schönsten Erlebnisse, das ich je gehabt habe. Ich weiß nicht, ob es noch einmal cooler wird“ meinte Rehrl. Der Ramsauer will sich weiter verbessern. „Ich möchte schon auf der Loipe noch stärker werden. Die nächsten Wms werden kommen, wir werden sicher nicht schlechter werden“, zeigte er sich voller Selbstvertrauen.

Für Klapfer nahm die WM nach verpatztem Beginn mit seiner ersten WM-Medaille noch ein versöhnliches Ende. „Der erste Bewerb war ein Griff ins Klo. Ich habe zum falschen Ski gegriffen, der hatte kein Wachs oben und somit hat sich die Spirale bei dieser WM für mich nach unten gedreht. Zum Glück steige ich jetzt noch erhobenen Hauptes aus der WM aus“, meinte der Steirer. Wie Gruber denkt auch er nicht an einen baldigen Rücktritt. „Ich habe gesagt, bis 2022 will ich weitermachen. Wie lange ich wirklich weitermache, da muss man schauen. Aber ich entscheide das jetzt sicher nach jeder Saison neu.“


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