Bezirk Kitzbühel

Grüner Bezirkssprecher kritisiert „Promi-Flugtaxi“ in Erpfendorf

Noch steht ein Zelt in Erpfendorf, ob daraus ein fixer Stützpunkt entsteht, wird sich nach der Umweltverträglichkeitsprüfung herausstellen. Die Grünen des Bezirks Kitzbühel sind jedenfalls dagegen.
© Angerer Harald

Die Bevölkerung wird aufgefordert, ihre Bedenken gegen den geplanten Hubschrauber-Stützpunkt in Erpfendorf zu deponieren. Der Grünen-Bezirkssprecher ist gegen den geplanten Heliport.

Von Michael Mader

Kirchdorf i. T. –Rund um den geplanten fixen Heli-Port im Kirchdorfer Ortsteil Erpfendorf der Firma Kitz-Air gibt es weiter Wirbel: Wie berichtet, bemüht sich Pilot und Geschäftsführer Georg Schuster schon lange darum, dass aus dem provisorischen Zelt ein befestigter Hubschrauber-Stützpunkt wird. „Wir arbeiten schon seit vier Jahren daran“, hofft Schuster auf eine positive Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Das Ganze koste ja auch viel Geld und die bis zu einer Million Euro teuren Fluggeräte seien in einem notdürftigen Zelt untergebracht.

Doch nicht erst seit heute sprechen sich die Grünen des Bezirkes gegen den Heliport Erpfendorf aus. „Wer gegen dieses Promi-Flugtaxi in Erp­fendorf ist, der kann ganz einfach und formlos seine Bedenken formulieren und per Mail an die Landesregierung senden. Je mehr sich gegen den sinnlosen Flugplatz, die Lärmbelästigung und die Luftverschmutzung zur Wehr setzen, desto eher wird er verhindert“, sagt der Grünen-Bezirkssprecher Helmut Deutinger.

Aus seiner Sicht sei ein Helikopter-Stützpunkt für private Zwecke eine „Perversion“, der Einhalt geboten werden müsse. „Den Stützpunkt soll es vor allem für den Zweck geben, dass betuchte Personen eingeflogen werden können. Die haben den Komfort, die Menschen in der Umgebung den Lärm von zwei Helikop­tern. Für so was habe ich überhaupt kein Verständnis“, kritisiert Deutinger. Auf der Homepage von Kitz-Air wird tatsächlich Werbung für Ausflüge nach St. Moritz, Partys in Cortina d’Ampezzo, Tiefschneefahrten am Arlberg, Businesstermine in Zürich oder Kongresse in Davos gemacht.

Ein Promi-Flugtaxi zu betreiben, bestreitet Schuster aber vehement: „Wir haben rund 400 Starts im Jahr und 95 Prozent davon sind Arbeitseinsätz­e. Dazu zählen unter anderem Lawineneinsätze, Lebendviehbergungen und technische Einsätze wie etwa bei Lawinenverbauungen.“

Neben der generellen Kritik stößt sich Deutinger auch am geplanten Standort: „Direkt daneben verläuft ein Rad- und Gehweg. Das kann schnell zu gefährlichen Situationen führen.“

Laut Schuster ist im eingereichten Projekt eine Ampelregelung vorgesehen: „So etwas funktioniert tadellos.“

Um alle Fakten auf den Tisch zu bekommen, bringen die Kitzbüheler Grünen jetzt eine Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz bei der BH ein. „Die Menschen haben ein Recht, zu erfahren, was da abläuft. Wir wollen wissen, auf welcher gesetzlichen Grundlage das bisherige Provisorium besteht, wie viele Flugbewegungen schon stattgefunden haben und welche Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung geplant sind“, erklärt Deutinger. Er sichert den Anrainern vollste Unterstützung zu: „Wenn genügend dagegen aufstehen, die Krallen ausfahren und Zähne zeigen, dann kommt so ein Projekt schnell zu Fall“, ist sich Deutinger sicher.

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