Modehaus Fussl expandiert in Bayern, online vorerst zurückgestellt
Bis 2020 sind 36 Filialen in Deutschland geplant.Für Fussl ist der stationäre Handel derzeit noch lukrativer als der Internethandel.
Ort i. Innkreis – Die „Fussl Modestraße Mayr GmbH“ mit Hauptsitz in Ort im Innkreis im Bezirk Ried in Oberösterreich sperrt lieber noch mehr Filialen in Bayern auf, als den geplanten Online-Shop in Betrieb zu nehmen. „Um die 30 Standorte sind derzeit in Verhandlung“, sagte der dafür in der Eigentümerfamilie zuständige Ernst Mayr der APA. Mit April sollen es 20 Geschäfte im Nachbarland sein.
Bis Ende 2020 rechnet Mayr mit 36 Filialen auf ganz Bayern verteilt und einer Zweigstelle in Baden-Württemberg, davon sollen sechs heuer im Herbst und zehn im kommenden Jahr eröffnet werden. „Momentan läuft die Expansion offline so erfolgreich, wir haben sehr gute Möglichkeiten, das ist lukrativer als online“, erklärte er.
Stantionär vor Online
Mit einem Online-Shop würde man etwa ein bis zwei Filialumsätze machen, schätzte er. Das Projekt werde aber weiterverfolgt. „Wir könnten theoretisch in zwei Monaten starten“, doch zurzeit werde die für den Online-Verkauf disponierte Ware in die Geschäfte nach Bayern geliefert.
Derzeit machten die deutschen Läden noch keine 10 Prozent des Umsatzes aus, doch Mayr sieht bald die Hälfte der österreichischen Verkaufserlöse in Reichweite. Durch die Insolvenzen der Textilhandelskette AWG und von K&L Ruppert rechnet er damit, mittelfristig bessere Standorte besetzen zu können. „Wir schaffen die Expansion aus eigenen Mitteln“, betonte der Innviertler.
Weiterer Ausbau in Österreich erst 2020
In Österreich soll es bei den rund 150 Geschäften bleiben, heuer und im kommenden Jahr werde wahrscheinlich je eine Verkaufsstelle dazukommen. Veränderungen seien möglich, wenn sich bessere Standorte anböten und auch durch das Aufgeben von Franchise-Betrieben, die dann in größeren Fussl-Filialen aufgehen sollen.
Der Familienbetrieb setzte 2018 in den Filialen in Deutschland und Österreich mit 1300 Mitarbeitern 153 (2017: 142,6) Mio. Euro um, der Gewinn sei „sehr gut“ gewesen, besser als in den Jahren zuvor. 2018 wurde ein neues Logistikzentrum am Stammsitz in Ort eröffnet, das Lager umfasst 10.000 Quadratmeter. (APA)