Innsbruck

In Tirols Volksschulen auf den Spuren von Curie und Co.

Um den Wissensdurst in diesem Alter anzuregen und zu bewahren, hat es sich sein Verband zur Aufgabe gemacht, Chemie möglichst früh interessant zu gestalten.
© Thomas Boehm / TT

Mit speziellen Versuchs-Sets will der Verband der Chemielehrer Österreichs schon früh die Freude am Experimentieren wecken.

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Es ist ein erstauntes Raunen, das durch die Bänke der 3. Klasse der Volksschule Innere Stadt in Innsbruck geht. Nach Zugabe des Soda-Pulvers hat vor den Augen der Kinder die bläulich-violette Rotkohl-Flüssigkeit gerade eine giftgrüne Farbe angenommen. Im anderen Becher hat sich das Violett in Rot umgewandelt, nachdem die Kinder dort Zitronensäure dazugemischt haben. Aus „neutral“ ist „basisch“ bzw. „sauer“ geworden, erklärt Lehrerin Dorothea Carpentieri. Sie erklärt ihren Schülerinnen und Schülern Begriffe wie „Calciumhydroxid“ und was es mit destilliertem Wasser auf sich hat.

Lehrerin Dorothea Carpentieri und Ralf Becker (Präsident Verband d. Chemielehrer Österreichs) präsentieren die Chemie-Sets.
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„Kinder in der Volksschule sind die geborenen Forscher. Sie haben ein natürliches Neugierverhalten und eine spielerische Phantasie“, freut sich Ralf Becker. Der Präsident des Verbandes der Chemielehrerinnen und Chemielehrer Österreichs beobachtet das Geschehen in der Klasse aus dem Hintergrund und sieht sich durch die Reaktionen der jungen Forscherinnen und Forscher in seiner Meinung bestätigt. Um den Wissensdurst in diesem Alter anzuregen und zu bewahren, hat es sich sein Verband zur Aufgabe gemacht, Chemie möglichst früh interessant zu gestalten und in die Volksschulklassen zu bringen. „Denn leider wird das Forscherinteresse der Kinder im naturwissenschaftlichen Bereich nicht so gefördert, wie es notwendig wäre“, meint Becker. Mit der finanziellen Unterstützung des Fachverbandes der chemischen Industrie Österreichs stattet sein Verband daher Österreichs Volksschulen mit speziellen Experimentier-Sets aus. Ein Set umfasst zehn Schülerboxen und eine Lehrerbox und hat einen Wert von 600 Euro. Alleine im heurigen Schuljahr wurden in Tirol damit 25 Schulen ausgestattet, insgesamt gibt es damit die Chemie-Sets jetzt bereits an rund 90 Tiroler Volksschulen.

Damit die Chemie-Versuchsboxen auch richtig verwendet werden, erhalten Lehrpersonen spezielle Einschulungskurse, bevor sie sich mit den Kindern auf die Spuren von Marie Curie, Alfred Nobel und Louis Pasteur begeben.

An der Volksschule Innere Stadt in Innsbruck wird Experimentieren großgeschrieben.
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