Jugend hinterfragt Deutschrap
Worte lösen beim Zuhörer Emotionen aus. Zu dieser Erkenntnis kamen die jungen sprachbegeisterten Teilnehmer der Initiative „Macht:Sprache — ...
Worte lösen beim Zuhörer Emotionen aus. Zu dieser Erkenntnis kamen die jungen sprachbegeisterten Teilnehmer der Initiative „Macht:Sprache — Was macht Sprache?" kürzlich im Landecker Alten Kino. Der etwas sperrige Titel sorgt vielleicht für Verwirrung. Norbert Zangerl von der „offenen Jugendarbeit Landeck" klärt auf: Anlass der Veranstaltung sei, dass im Jugendzentrum „L. A. Jump in" besonders viel Deutschrap gehört werde, der von Textpassagen am Rande der Legalität bekanntlich geradezu strotzt.
„Uns war wichtig, dass den jungen Leuten auch klar ist, was sie da hören. Viele Inhalte sind gewaltverherrlichend oder sexistisch. Deswegen wollen wir zum Nachdenken anregen", erklärte er. Mit dem Zeigefinger auf schwarze Schafe bzw. Texte zeigen wolle man nicht, aber es herrsche Redebedarf.
Zu diesem Projekt kamen Sprachprofis nach Landeck. So sorgte die Wiener Sprachwissenschafterin Elisabeth Hornberger auf erfrischend jugendliche Art für einen Input aus wissenschaftlicher Sicht. Anja Gatterer, Poetry-Slam-Expertin aus Innsbruck, erfreute die Jugend mit einem Schreibworkshop. Ihre neuen Texte trugen die frischgebackenen Poetry-Slammer am Abend vor. „Ich habe den Jugendlichen gezeigt, wie sie Sprache zu Papier bringen und sie damit als Ventil nutzen können. Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen", berichtete Gatterer stolz. Es sei immer wieder faszinierend, welche Emotionen beim Schreiben zum Vorschein kommen. Zudem trugen Rapper Julian Zimmermann alias SKJ und die Bundeszweite im Redewettbewerb, Lea Riml, selbstverfasste Lieder und Reden zum Thema vor. (sni)