Tirol Milch-Mutter stellt um: Mehrweg-Milchflasche kommt zurück

In Kooperation mit Greenpeace stellt Tirol-Milch-Mutter Berglandmilch bis zum Ende des Jahres bei Milch in der Glasflasche auf ein Mehrwegsystem um.

Bereits vor rund einem Jahr hat Berglandmilch Milch in Einweg-Flaschen auf den Markt gebracht, jetzt kommen die Pfandflaschen.
© mitja_kobal-greenpeace

Wien, Wörgl — In Kooperation mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace liefert die Molkerei Berglandmilch, Eigentümerin der Tirol Milch, bis Ende des Jahres ihre Milch in wiederbefüllbaren Ein-Liter-Glasflaschen aus.

Vor rund einem Jahr hat Berglandmilch die Einweg-Flaschen auf den Markt gebracht. Um die Produktion von Milch auf Mehrweg umzustellen, investiert das Unternehmen rund acht Millionen Euro an den Standorten in Aschbach in Niederösterreich und in Wörgl in Tirol. Das Geld wird für eine zusätzliche Glas-Abfüllanlage, eine Waschanlage am Standort in Aschbach sowie für die Errichtung von Lagern für die Glasflaschen verwendet.

Noch 2019 werde man die erfolgreiche Milchflasche aus Glas ausschließlich als Mehrwegflasche anbieten. „Um die Transportwege so kurz wie möglich zu halten, werden wir Trinkmilch sowohl in Niederösterreich als auch in Tirol abfüllen", so Josef Braunshofer, Geschäftsführer der Berglandmilch.

Umweltfreundlicher als Einweg-Glasflasche

„Die neue Mehrweg-Glasflasche ist klar die umweltfreundlichste Lösung und verursacht etwa viermal weniger schädliche Treibhausgase als eine Einweg-Glasflasche", betont Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace. Die unabhängige Umweltschutzorganisation Greenpeace nehme kein Geld von Regierungen und Unternehmen und unterstütze die Molkerei kostenfrei mit ihrem Know-How.

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Anfang der 1990er Jahre seien noch über 70 Prozent der Getränkeverpackungen mehrmals wiederbefüllbar, heute wären es lediglich knapp 20 Prozent. „Um Mehrweg in Österreich wieder stark zu machen, braucht es Unternehmen wie Berglandmilch, die mit mutigen Schritten vorangehen. Die Supermärkte müssen hier mitziehen und die neue wiederbefüllbare Flasche auch in ihre Regale stellen", so Egit.

Drei Viertel für wiederbefüllbare Pfandflaschen

Darüber hinaus sieht der Greenpeace-Geschäftsführer in Hinblick auf den kommenden Plastik-Gipfel die Politik gefordert: "Wenn die Regierung in Österreich die Plastikverpackungen um ein Viertel reduzieren will, muss sie dafür sorgen, dass der Handel wieder verstärkt Mehrweg-Flaschen anbietet."

Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Greenpeace zudem zeige, würden sich über drei Viertel der Österreicher für mehr wiederbefüllbare Pfandflaschen in den heimischen Supermärkten aussprechen. (TT.com)


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