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Auf Tourismusmesse ITB: Tirols Werben um die Deutschen

Im Österreich-Restaurant auf der ITB: der gebürtige Landecker Franz Raneburger, der mit seinem Edelweiß Catering bei vielen Topevents in Berlin bis hin zu Staatsbesuchen von Kanzlerin Angela Merkel aufgekocht hat.
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Tirol rührt bei der weltgrößten Tourismusmesse ITB in Berlin im Wettlauf von 181 Nationen die Werbetrommel. Punkten will man im heißumkämpften Sommer mit Radfahr-Angeboten und Wandern.

Aus Berlin: Alois Vahrner

Berlin –Es ist eine ungeheure Vielfalt, die sich auf der ITB in Berlin (geleitet wird die Riesenmesse übrigens von David Ruetz, dessen Familie die Wurzeln in Tirol hat) mit über 10.000 Ausstellern aus 181 Ländern und Regionen in 26 ausverkauften Hallen bietet. Mittendrin kämpfen auch 78 Aussteller aus Österreich und Tirol auf 1200 Quadratmetern um die Aufmerksamkeit von Fachbesuchern und Urlaubern. Besonders stark wirbt man nach der Rad-WM in Tirol heuer um Radurlauber. Allein zwei Mio. Euro rollen dabei heuer durch die Österreich-Werbung und sieben Bundesländer.

Die Tirol Werbung investiert heuer (noch ohne Beteiligungen der Verbände und Hotels) 3,6 Mio. Euro in die Bewerbung der Sommerthemen Wandern und Rad, sagt Tirol-Werbung-Geschäftsführer Florian Phleps, der heuer erstmals in dieser Funktion auf der ITB die Werbetrommel rührt. Neben Deutschland und Österreich (die Tiroler selbst stellen mittlerweile den größten rotweißroten Urlauber-Anteil) werbe man vor allem in der Schweiz, den Benelux-Ländern, Italien, Großbritannien und Tschechien.

Österreich und Tirol bewerben auch auf der ITB stark das Radfahren.
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87 Prozent der Tiroler Sommergäste gehen laut einer Untersuchung zumindest einmal während ihres Urlaubs wandern, für 71 Prozent ist es sogar die Hauptaktivität. Die Alpen stünden gerade im Sommer im harten Wettbewerb mit Strandurlauben, Kreuzfahrten, Städtereisen und Freizeitparks, so Phleps. Trotzdem sei die Stimmung in Tirol mitten in der Wintersaison (diese laufe sehr gut, werde aber voraussichtlich keinen neuen Rekord bringen) wegen der guten Vorausbuchungen sehr gut. Die in Medien und auf sozialen Netzwerken gestartete Herzmomente-Kampagne, bei der Urlauber und Einheimische ganz authentisch Erlebnisse in Tirol schildern können, sei ein großer Erfolg. Der Hashtag #lovetirol sei auf Instagram bisher bereits 160.000-mal verwendet worden, auf Facebook und Instagram erreichten die regelmäßigen lovetirol-Beiträge im Schnitt 30.000 Personen.

Der wichtige Urlauber-Markt für Tirol sei und bleibe mit gut 50 Prozent Anteil an den jährlich etwa 50 Mio. Gästenächtigungen aber Deutschland, sagt LH Günther Platter. „Wenn es den Deutschen gut geht, dann geht es uns auch gut.“ Auf die deutschen Touristen in Österreich bleibe jedenfalls Verlass, betont Österreichs Botschafter in Berlin, Peter Huber, ein gebürtiger St. Johanner. Das sei gut für die Branche, die vom Wohlwollen dieser Urlauber abhängt: „Über 55 Millionen Nächtigungen und fast 14 Millionen deutsche Urlaubsgäste jedes Jahr – das zeigt schon die Bedeutung Deutschlands für Österreich“, so Huber.

LH Günther Platter (links) mit Österreichs Botschafter in Berlin, dem Tiroler Peter Huber. Fixiert wurde ein großer Tirol-Empfang in Berlin.
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„Fast ein Drittel der Deutschen hat im Kopf, in den nächsten drei Jahren nach Österreich zu fahren“, sagt Marktforscher Martin Lohmann. 21 Millionen Deutsche (ab 14 Jahren) planen demnach, in absehbarer Zeit nach Österreich zu kommen. Nach Deutschland selbst, Spanien, Italien und der Türkei liege Österreich auf Platz fünf der liebsten Urlaubsziele der oft als Urlaubsweltmeister titulierten Deutschen.

Platter vereinbarte mit Huber, dass der heurige Empfang rund um den Nationalfeiertag im Oktober in der Berliner Botschaft ganz im Zeichen Tirols stehen wird. Vor allem die neue Tirol-Holding werde hier einen Auftritt für Tourismus, Landwirtschaft und Standort Tirol hinlegen. Platter besprach mit Huber auch Tirols Position zur Bekämpfung des Transitverkehrs. Auch über die Berliner Botschaft soll hier bei der deutschen Politik Bewusstseinsbildung für die Tiroler Position rund um Blockabfertigung und Bahn-Zulaufstrecken betrieben werden.