Bezirk Kufstein

Musikschule Wörgl bekommt neue Mieter — und neuen Besitzer?

Der Großteil der Räumlichkeiten im denkmalgeschützten Gebäude (samt geschütztem Baum am Vorplatz) wird von der Musikschule genutzt. Diese zieht im Sommer ins neue Gebäude am Fischerfeld um.
© Hrdina

Im August übersiedelt die LMS Wörgl ins neue Gebäude am Fischerfeld. Die Nachnutzung beschäftigt die Gemeinde, ein Verkauf steht im Raum.

Von Jasmine Hrdina

Wörgl – Ein regelrechtes „G’riss“ herrscht derzeit um ein denkmalgeschütztes Gebäude mitten in Wörgl. Wo aktuell noch Talente der Landesmusikschule (LMS) die Tonleiter rauf- und runterklettern, werden ab dem Spätsommer großzügige Räumlichkeiten frei. Die Liste der potentiellen neuen „Mieter“ nimmt langsam Form an. In der Schlange an Interessenten vor dem Büro der Bürgermeisterin findet sich ein privater Investor – denn auch der Verkauf des Hauses steht offenbar im Raum.

Ziemlich fix ist, dass das Heimatmuseum – derzeit im Erdgeschoß – im Haus bleibt und erweitert wird. Ebenso soll das Unterguggenberger Institut (Stichwort Wörgler Freigeld) einziehen, um „eventuelle Synergien mit dem Heimatmuseum“ nutzen zu können, erklärt BM Hedi Wechner auf Anfrage der TT. Auch das Stadtarchiv wird hier eine neue Heimat finden. Ein „Haus der Kultur“ soll es am Ende sein, titelt Wechner. In Diskussion stehe auch die Verlegung der Stadtbücherei, die aktuell in zwei separaten Räumen des Tagungshauses Platz findet.

Bevor jedoch neues Leben in das denkmalgeschützte Gebäude einziehen kann, stehen umfangreiche Umbauarbeiten an. Fallen die Worte „Barrierefreiheit“ und „Denkmalschutz“ in einem Satz, folgt meist der Begriff „Finanzierung“ mit einem großen Fragezeichen. Ersten Informationen zufolge führt die Stadt dafür bereits Gespräche mit einem privaten Investor. Auch von einem möglichen Verkauf war die Rede. BM Hedi Wechner will dies weder bestätigen noch dementieren. „Wir haben uns selbst nicht verboten, über alles nachzudenken“, sagt die Stadtchefin. „Sollte sich etwas Vernünftiges ergeben, werde ich dazu nicht Nein sagen.“

Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, darauf will sich Wechner nicht festlegen. Bis zum Herbst erwarte sie aber erste Ergebnisse. Mit der Übersiedelung der LMS in den Neubau am Fischerfeld wird der Großteil des Gebäudes jedenfalls im August frei.

Die Suche nach neuen Unterkünften und Präsentierflächen geht indes für andere Kulturschaffende weiter. Wörgls Vereinslokale platzen aus allen Nähten, weiß auch Kulturreferentin Gabriela Madersbacher. Lang gehegte Pläne, die ehemalige Kompostieranlage am Inn zum Veranstaltungsgelände umzuwandeln, stehen laut ihr mittlerweile „ganz weit hinten auf der Prioriätenliste“.

Als drittes Standbein neben dem Komma und der Galerie am Polylog dient die Zone in der Brixentaler Straße. Im Frühjahr stehen auch hier mit 40.000 Euro budgetierte Umbauarbeiten an. „Wir benötigen ein barrierefreies WC, die Säulen im Publikumsraum werden für eine bessere Sicht auf die Bühne entfernt, auch der Boden wird erneuert“, erklärt Andy Winderl vom Verein komm!unity, der sich mit viel körperlicher Eigenleistung am Umbau beteiligt. Der kulturelle Fokus liegt auf Kleinkunst und Ausstellungen.

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